Herzthemen

 

Avidya

Das nicht Wissen oder das falsche Wissen. Alles Wissen mit dem die Welt wahrgenommen wird, ist niemals objektiv, sondern immer subjektiv. Genauso ist es mit unseren Ideen und Vorstellungen und all den anderen Begriffen wie Wahrheit, Richtig und Falsch alles Worte die Objektivität und Eindeutigkeit versprechen, es aber nicht sind.

Unsere Wahrnehmung ist verschleiert von unseren Samskaras, den Eindrücken die wir gesammelt haben und die ihre Abdrücke hinterlassen haben, sowie unseren Hoffnungen und Wünschen. 

Avidya das nicht Wissen bezieht sich auch auf uns,“ Wer glauben wir zu sein?“ Ein typisches Beispiel für Avidya ist die Abhängigkeit von Bestätigung. Wir wissen genau, dass es Unsinn ist, und spüren doch dieses Gefühl von Zurückweisung, wenn z.B. der Rückruf einer Freundin ausbleibt. Obwohl Sie einfach nur unfassbar viel zu tun hat.

Wenn man sein Selbstwertgefühl davon abhängig macht, wie andere über einen denken, beeinflusst das unsere Ängste und Wünsche.

Eigentlich wissen wir das wir für unseren Gemütszustand selbst verantwortlich sind. Aber dieses Wissen ändert nichts daran, wie wir uns fühlen und handeln.

 

Da es uns allen so geht, fällt es uns schwer überhaupt zu begreifen, dass ein Schleier existiert, der die eigentliche Realität verhüllt.

Durchschaue hinterfrage deine Denkmuster und Überzeugungen egal wie tief sie verwurzelt sind. Erfahre die Freiheit dein wahres Selbst zu leben, um dich erstmal zu erinnern wer das eigentlich war,

Jedes Mal, wenn du in einer schwierigen Situation ganz bewusst bleibst kommst du dir näher.

 

 

Prana

Prana heißt Lebensenergie, Atem oder Lebenskraft. Es ist die Energie die hinter allem Lebendigen steckt. Prana ist das Leben der Wesen.

Prana ist Strahlen in deinen Augen, das Lächeln in deinem Gesicht. Prana ist die Kraft und der Zauber der Worte. Prana ist die Ausstrahlung eines Menschen. Prana ist auch Charisma. Prana ist der Unterschied zwischen einer Plastikblume und einer echten.

Menschen haben von Natur aus mehr oder weniger Energie also Prana. Wenn ein Mensch mit viel Prana einen Raum betritt spüren wir seine Lebendigkeit. Die Schönheit des Menschen ist nicht nur Aussehen und Größe.

Wenn wir einem Menschen mit viel Prana begegnen fühlt man wie die Energie auf einen übergeht. In dem Moment wo man Prana hat wird alles was man tut mit Prana erfüllt sein

Jeder hat mal mehr und mal weniger Prana. Im Allgemeinen sagt man dann: „Heute habe ich viel Energie“ oder eben „Heute habe ich wenig Energie“

Aber wir können unser Prana erhöhen.

Am meisten Prana nehmen wir über das Atmen auf. Am besten an der frischen Luft. Hilfreich ist es tief auszuatmen damit die verbrauchte Luft ausströmt und frische Luft einströmen kann.

Und natürlich erhöht Yoga dein Prana. Mit Atemübungen und der körperlichen Praxis.

Wie oft kommen Yogis in meinen Unterricht und sagen mir vorher das es ihnen gar nicht so gut geht und sie heute häufiger in die Childpose gehen. Und dann während der Stunde ist davon nichts zu sehen.

Yoga nimmt uns keine Energie Yoga gibt uns Energie.

Wir sehen uns auf der Matte

 

Monkey Mind

 

Man kann unseren Geist mit der Oberfläche eines Sees vergleichen. Ist der See ruhig kann man bis auf den Grund sehen. Springt aber ein Affe darin umher, dann ist die Seeoberfläche unruhig und man kann den Grund nur noch erahnen.

 

Unser Geist wird immer unaufhörlich denken und interpretieren dafür ist er da. Er ist rastlos, ständig in Bewegung beschäftigt sich mit den verschiedensten Dingen aus der Vergangenheit und der Zukunft, er verarbeitet alle Sinneseindrücke und interpretiert alles was geschieht und wahrgenommen wird.

 

Es geht im Yoga nicht darum den Geist auszuschalten, sondern sich von seinem Hin und Her nicht zu sehr beeindrucken zu lassen und sich stattdessen zu fokussieren. Der Focus hilft uns Ruhe einkehren zu lassen so das wir klarer sehen können. Unsere Wahrnehmung nicht mehr durch dieses Hin und Her trüben lassen, sodass wir wieder den Grund sehen können. Das wir unser Inneres erkennen.

 

So ein Fokuspunkt kann ein Sanskalpa sein. Ein Sanskalpa ist ein Wunsch, ein Ziel, ein Wille an das Universum aus reinem Herzen. Etwas was dir hilft auf deinem Weg zu bleiben und Ruhe in dir zu finden. Das Wichtigste dabei ist tief ins Herz zu hören, damit du es hören kannst. Der Entschluss sollte kurz, präzise und positiv formuliert sein.

 

Solltest du zum Beispiel Angst vor einer neuen Aufgabe haben kann dein Sanskalpa lauten:“ Ich stelle mich mutig meinen Aufgaben.“

 

Mit der Formulierung des Sanskalpas ist eine Qualität verbunden die Schwingung und eine Absichtsenergie erzeugt. Der Zeuge ist das Universum, das diese Absichten bezeugt und als hohe Schwingung zurücksendet. Sanskalpas sind energiereich und wirkungsvoll, wenn sie aus unserem tiefsten Herzen und in Ruhe formuliert sind.

 

 

Vervollständige das Bild von dir

 

Unsere Vorderseite ist Ausdruck unseres individuellen SEINS. Das Abbild von unserer Vorderseite kreiert eine Idee von uns. Dieses Bild prägt sich so ein, dass wir denken, dass wir das sind. Doch es ist nur ein Bild von unserer Vorderseite. Wir sind viel mehr als dieses Bild.

Unserer Rückseite dagegen schenken wir nicht so viel Beachtung, außer wenn sie schmerzt. Sie ist so selbstverständlich da, schützt und stützt unsere Herzrückseite, sie richtet uns auf, Sie lässt uns gerade gehen und wenn wir uns zurücklehnen in diese Rückseite ist es als würde sie uns umarmen. So wie die Vorderseite unsere individuelle Seite ist, ist die Rückseite unsere universelle Seite. Sie ist die Verbindung zum großen Ganzen. Das was alles zusammen hält. Das kann für jeden unterschiedlich sein. Was hält dich zusammen? Ist es das Universum? Deine Familie? Deine Freunde? Deine Hobbies? Yoga? Der Glaube an Gott, an welchen auch immer?

Die Rückseite schützt und stützt euch. Sie ist immer da. Wenn wir in unsere Rückseite atmen und uns mit ihr verbinden, dann wird in unserer Wahrnehmung unsere Rückseite groß, geht gefühlt über unsere Vorderseite hinaus. Und wenn du dann aus dieser Perspektive auf die Aktivitäten deiner Vorderseite schaust verändert es sich. Du kannst die universelle Unterstützung spüren. Nimm die Unterstützung an und lass es eine Koproduktion werden. Erlaube dir ein größeres Bild von dir zu kreieren. Vervollständige es und lass dich von deinem Universum einladen zu tanzen.

 

 

 

Anhaftung durch Identifikation

 

Laut Patanjali ist Anhaftung einer der Gründe, warum wir leiden. Wir haften meist unbewusst an materiellen Dingen, an Vorstellungen, an Konzepten, an unserem Körper, an Besitz, am Job oder Freundschaften. Vieles was wir mit MEIN bezeichnen, zum Beispiel mein Job, mein Mann oder mein Freund, diese Dinge gehören uns ja nicht wirklich.

Und doch denken wir: Was bleibt da von mir übrig, wenn all das nicht mehr wäre? Losgelöst von all dem wer bin ich dann?

Wie gehen wir damit um, wenn unser Körper sich verändert, er nicht mehr so funktioniert wie bisher, wenn wir zunehmen, oder noch mehr Falten bekommen? Wenn wir uns zu stark mit unserem Körper identifizieren, wenn wir denken wir sind dieser Körper dann werden wir bei diesen Veränderungen leiden.

Oder was ist, wenn wir den Job verlieren, unseren Besitz oder unseren Partner, wer oder was bleibt dann übrig? Wer sind wir ohne all das?

Kann man etwas loslassen, was einen so lange begleitet hat?

Zu sehr an Vergänglichen anzuhaften und sich zu stark damit zu identifizieren schafft Leiden. Wenn wir Menschen und Dinge in unserem Leben nicht ziehen lassen können, wird das Leiden groß.

Wir alle haben tiefsitzende Muster von Anhaftung und Identifikationen in uns. Das ist oft hilfreich, um uns im Alltag zu orientieren. Wichtig ist es sich dessen bewusst zu sein.

 

 

 

 

Toleranz

 

Toleranz wird geübt gegenüber anderen Meinungen und Ideen, aber auch Menschen anderer Hautfarbe, sexueller Orientierung und Religion, Ethnie, Weltanschauung, Herkunft, Abstammung, gegenüber Menschen jeder Nationalität und jeden Geschlechts, jeden Alters und jeder Behinderung.

 

Im Yoga sollte ein Raum sein in dem Toleranz stattfindet, in dem wir Toleranz üben uns selbst und anderen gegenüber.Auch wenn mein Nachbar total anders aussieht als ich, ganz andere Klamotten trägt so hat er doch vielleicht ganz ähnliche Hoffnungen, Sehnsüchte und ein ähnliches Gefühl beim Praktizieren auf der Matte.

 

Toleranz ist die Fähigkeit, andere Meinungen, Überzeugungen, Ansichten, Lebensweisen und Lebensstile zu respektieren.

Wichtig ist es tolerant zu sein uns gegenüber aber auch anderen gegenüber. Einfach mal aufhören alles zu bewerten sondern sich und andere Wertschätzen. Nicht zu vergleichen. Um in den Genuss dieser Offenheit zu kommen die uns Freiheit schenkt und uns großzügiger werden lässt uns und anderen Gegenüber. Kommt raus aus dieser Enge andere zu verurteilen für ihr anders sein.

Tolerante Menschen sind großzügig und beweglich im Handeln und Denken verständnisvoll und vorurteilsfrei.

Heutzutage muss die Toleranz wieder wichtiger werden. Es gibt wieder Menschen, die Andere ablehnen wegen ihrer Religion, wegen ihrer Hautfarbe, wegen ihrer Herkunft, momentan wegen ihrem Impfstatus.

Sich über andere zu erheben, zu denken, dass das was wir denken, fühlen, etc. wäre besser als das von anderen ist intolerant, engstirnig, vorurteilsvoll und überheblich.

 

Erkenne, dass die Sichtweise anderer, vielleicht nicht deinen eigenen entspricht, sie aber trotzdem ihre Berechtigung haben und gut sind.

 

Natürlich stößt Toleranz an ihre Grenzen, wenn gegen die Grundsätze der Ethik verstoßen, Gewalt ausgeübt und Menschenrecht verletzt wird.

 

Samskara

 

Samskara bedeutet, Prägung, Muster oder Eindruck. Aus der ersten Wahrnehmung, verfestigen sich Eindrücke und werden zu Mustern. Jeder Eindruck hinterlässt einen Abdruck, Samskaras

Eindrücke vergangener schmerzhafter Erfahrungen legen sich auf unserer Psyche ab wie ein Samenkorn der sprießen wird.

Samskaras werden in der Yoga Philosophie, Glaubens und Verhaltensmuster genannt, die tief in unserem Sein verwurzelt sind. Es ist die Gesamtheit der Ursachen die unserem Handeln und Denken zugrunde liegt.

Das individuelle Unbewusste speichert Erinnerungen, Bilder und Überzeugungen über die eigene Person. Jede Erfahrung die wir machen hinterlässt einen Eindruck. Der wird gespeichert bis es soweit ist das er dir wieder begegnet. Ganz oft sind es Ereignisse aus unserer Kindheit.

Die Samskaras befinden sich in unserem Unterbewusstsein und sind daher nicht o leicht zugänglich. Man muss schon genau hinschauen. Muss durch den Schmerz gehen und ihn nicht wie gewohnt wegdrücken. Oder ihm aus dem Weg gehen, dass aus dem Weg gehen sind auch Verhaltensmuster, Samskaras.

Samskaras können eine solche Urkraft haben, dass sie unsere Sicht auf uns und das Leben verschleiern.

Es braucht Mut hinzuschauen, wenn dir der Schmerz begegnet und doch ist es die einzige Möglichkeit Samskaras aufzulösen.

Den wird ein Samskara getriggert ist das eine goldene Gelegenheit, wenn man in dieser hochkommenden Emotion (Angst, Schmerz oder Verlangen) ganz präsent sein kann und genau hinschaut ohne sich zu bewerten dann wird das Samskara gelöst.

Es gibt keinen Weg aus den Samskaras heraus, sondern nur hindurch. Samskaras gehen nicht von alleine weg du kannst dich nur selbst befreien.

 

 

Entschleunigung

 

Um sich zu Entschleunigung musst du nicht unbedingt bis ans andere Ende der Welt reisen. Wenn wir achtsam mit uns umgehen gelingt es uns auch hier unseren oft hektischen Alltag zu entschleunigen.

Dabei geht es überhaupt nicht darum das du langsamer werden sollst, sondern viel mehr darum bewusster zu sein mit dem was du tust.

So oft erledigen wir Dinge nur um sie abzuhaken rutschen darüber ohne genau dabei zu sein. Kriegen sie kaum mit sodass wir uns nachher beinahe nicht erinnern können wie oder was genau wir da getan haben.

Du sollst in der Lage sein, Dinge schnell zu machen. Es geht darum das du die Kraft hast effektiv zu sein, dass du, dass was du tust mit Freude und bewusst erledigen kannst.

Viele Menschen sind weder effektiv noch sind sie wirklich schnell, sie sind einfach nur gehetzt.

Darum tut es manchmal gut, sich zu entschleunigen und Kraft anzusammeln. Den wie heißt es so schön in der Ruhe liegt die Kraft.

Es ist wichtig Phasen der Entschleunigung zu haben, wo du nach innen gehst und zur Ruhe kommst. Um dann wieder Phasen zu haben in denen du besonders intensiv tätig bist.

 

 

Zufriedenheit Samtosha - das Geschenk der Dankbarkeit

 

Wir nehmen uns die Zeit nochmal auf die Dinge in unserem Leben zu schauen für die wir Dankbar sind.

 

Erinnern uns an Menschen in unserem Leben für die wir dankbar sind, dass sie Teil unseres Lebens sind.

 

Erinnern uns an Erfahrungen die wir gemacht haben für die wir besonders dankbar sind. Momente die unser Herz berührt haben und spüren in dieses tiefe Gefühl der Erfahrung hinein.

 

Dann sind da noch Entscheidungen die wir getroffen haben für die wir tiefe Dankbarkeit empfinden.

 

Wir bedanken uns bei unserem Körper, der das zuhause unserer Seele ist. Dieses großartige Instrument das dir ermöglicht dein Leben so zu leben wie du es tust.

 

Fülle dich mit diesem tiefen Gefühl von Dankbarkeit und lass es durch deinen Körper strömen um das Geschenk der Dankbarkeit ZUFRIEDENHEIT zu empfangen.

 

Samtosha bedeutet Zufriedenheit und ist eine Betrachtungsweise des Lebens. Eine Wertschätzung dessen was da ist.

 

Zufriedenheit heißt nicht Entsagung oder Verzicht. Zufriedenheit ist ein positiver Geisteszustand, der uns nicht abhält weiter zu lernen und uns zu entwickeln.

 

 

Anusara Yoga

 

 

Anusara bedeutet sich im Fluss mit dem Höchsten zu verbinden, indem wir das ganze Spektrum des Lebens bejahen.

 

Es steht für die Entschlossenheit, Dich und das Leben voll und ganz anzunehmen, genauso wie du bist - die hellen und die dunklen Sinneseindrücke, Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle. Im Fluss zu sein bedeutet, ganz einfach, dass wir uns liebevoll dem gegenwärtigen Moment öffnen, ohne zu klammern oder irgendetwas erzwingen zu wollen. Anusara akzeptiert das Leben so wie es ist bzw. uns so wie wir sind und begegnet allem mit Liebe .

 

Anusara zu praktizieren ist wie ein Ja sagen zu dem was ist, ist ein Ja sagen zum Leben.

 

Wir praktizieren herzorientiert, von innen nach außen um dann das Herz auf unsere ganz eigene Art zu feiern.

 

 

Viveka

Unterscheidungskraft

 

 

Wir haben sie alle in uns, diese Superkraft. Andere Lebewesen haben Instinkte, aber wir haben Viveka.

 

Es geht nicht darum dass wir blau und gelb unterscheiden können. Sondern viel eher darum, was ist wahr und was nicht. Was ist eine Illusion ,eine Projektion, und was nicht.

 

Hilfreich ist es seine Essenz zu kennen, denn dann kannst du ganz in Ruhe in dich hinein spüren und den Unterschied erkennen. Bin ich das, was ich da sage? Will ich das wirklich? Oder sind es gesellschaftliche Erwartungen?                Was tut dir wirklich gut und auch wer tut dir gut?

 

 

Wir kennen dass alle, diese vielen Rollen die wir füllen Tag für Tag sind oft geprägt von Erwartungen die von außen an uns herangetragen werden. Schau dahin und vertraue deiner Viveka entscheide ob du das wirklich bist oder ob es von außen kommt.

 

Streife sie ab diese Kostüme die dir viel zu eng sind.

 

Das bringt natürlich mit sich, auch andere so zu lassen wie sie sind. Und das ist gar nicht schlimm, auch hier vertraue deiner Unterscheidungskraft, dein Gegenüber hat nur eine andere Meinung. Das macht das Leben bunt. Natürlich ist das nicht einfach und gelingt auch nicht immer. Aber wenn es klappt ist es ein echter Feiermoment.

 

 

Für die Praxis heißt das wähle genau aus wie du praktizierst unterscheide für dich was das richtige für dich ist.

 

 

 

 Dharma

 

Übersetzen lässt es sich aus dem Sanskrit mit einzigartiger Bestimmung des Individuums im Leben.

Es ist das Ziel deiner Seele. Deine Aufgabe, dass was durch dich in diese Welt getragen werden möchte. Der Grund warum du auf der Erde bist - Deine Bestimmung. Dein Seelencode, der authentische Ausdruck deiner Seele. Quasi dein energetischer Fußabdruck.

Je mehr du es lebst, umso mehr Kraft bekommst du. Umso näher kommst du dir Selbst. Dein Dharma möchte, dass du dein Bestes gibst, um dem Leben und dir im Hier und Jetzt zu dienen.


Um dein eigenes Dharma zu finden, gib dir Raum, um dir ganz gut zuzuhören. Lausche nach innen, höre deiner Seele, deinem Herzen zu. Und Dinge, die du von Herzen gerne machst, die sich in dir richtig, echt und wahr anfühlen, die schau dir mal genau an.

Und wenn du dann von außen hörst, dass du einige Dinge so gut machst, dann bin ich sicher gibt es Überschneidungen und du bist deinem Dharma ganz nahe.
Frag dich welche der möglichen Optionen dienen dir selbst und der Welt am besten - das bedeutet auch den eigenen Werten treu zu bleiben und mit sich und der Umwelt respektvoll umzugehen.

Wenn du es in dir fühlst, was deine Aufgabe ist. Dein Weg, dein innerer Antrieb der aus dem Herzen kommt. Dann komm ins Tun um zu reflektieren ob es sich echt und wahr anfühlt.

 

Die Philosophie sagt: Es ist wichtiger unser eigenes Dharma zu leben auch wenn es nicht perfekt ist, als das Dharma von jemand anderen!

 

Hingabe

Wir laufen durch unser Leben, zielorientiert. Manchmal sogar angestrengt. Versuchen es anderen Recht zu machen zu gefallen, um gemocht zu werden. Um Anerkennung zu bekommen.
Damit bedienst du dein Ich, dein EGO. Was überhaupt nicht bewertend gemeint ist wir wollen alle geliebt werden.
Die heutige Praxis möchte ich nutzen um uns zu nähren. Unser innerstes zu spüren und ihm Gutes zu tun. Unserer Essenz, unserer Seele. Der wir die Kraft, die Energie die Hingabe dieser Praxis schenken.
Wenn wir uns in den Dienst unserer Seele stellen dann beenden wir diesen inneren Kampf. Selbstzweifel und Ego nehmen sich zurück und du erkennst das größere in dir, dass über das Ego weit hinausgeht.

Die Hingabe lässt die Praxis leichter und weicher werden.

 

 

Neuanfang

 

Da ist es jetzt: Das neue Jahr, 2022. Lass es ein gutes werden, indem du das Alte gehen lässt. Am Computer ist es die Reset Taste, die wir drücken, um neu zu starten. Drück die Reset Taste und vergiss alles was du weißt. Schenke dir diesen beginners mind, um dich neu zu erleben. Lass Konzepte und Verhaltensmuster los, um neue zu finden. Entdecke das Vertrauen in dich, das durch die Stabilität der Erdung entsteht. Erkenne die Freiheit, die das Loslassen mit sich bringt. Erkenne, dass verzeihen nicht gutheißen bedeutet, sondern dir hilft loszulassen.
Dass wir Mut brauchen um das Neue zu wagen, denn wir können den Wind nicht ändern aber das Segel drehen.
Komm an hier in diesem neuen Jahr, es ist so jung, gib ihm die Chance ein Gutes zu werden.

„Denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ ~Hermann Hesse

 

 

 

Das Geschenk

Ich möchte nochmal auf Ananda zurückkommen, die Glückseligkeit. Glückseligkeit ist nicht zu verwechseln mit gewöhnlichem Glückserleben. Das erfahren wir, wenn unsere Bedürfnisse befriedigt sind. Also wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind und die Umstände stimmen.
Glückseligkeit bezeichnet eine Art der Erfahrung der Wirklichkeit die vollständig unabhängig ist von den jeweiligen Umständen und Bedingungen. Glückseligkeit meint einen Zustand absoluter Zufriedenheit, Akzeptanz und tiefer Freude- ein Frieden, der alles Verständnis übersteigt. Wir treten ein in diese Glückseligkeit, wenn wir vollkommen bewusst sind in dem Moment, bewusst über das was wir fühlen und denken und es vollständig annehmen und keinen Teil davon ablehnen. Es ist wichtig nicht zu bewerten was wir denken und fühlen, sondern uns in unserer Ganzheit annehmen, genau so wie wir sind.
Üblicherweise denken wir das Erleben von Glück hängt mit einer bestimmten Person zusammen oder einem bestimmten Zustand. Eine perfekte Liebesnacht, Anerkennung von Freunden, die Schönheit der Natur………… Doch schau nochmal genau hin, es waren Momente in denen du dir erlaubt hast ganz du selbst zu sein, präsent und bewusst. In diesen Momenten hast du dich der Wirklichkeit ergeben und dich ihrer Schönheit geöffnet. Du kannst Glückseligkeit erfahren, wenn du ihr den Raum gibst. Wenn du „JA“ sagst zu dir genau so wie du bist.
Wir entmächtigen uns, wenn wir glauben der Grund für unsere größte Freude liege außerhalb.
Uns ganz bewusst anzunehmen genau so wie wir sind, ist das größte Geschenk, das wir uns machen können.

 

 

Hier und Jetzt


Das Leben zu genießen hängt eng mit Freude am Augenblick zusammen. Es geht darum deine Gedanken zu unterbrechen, um frei zu sein für das was dich jetzt umgibt. Wir können unsere Gedanken nicht abstellen aber lenken. Komm in den Augenblick in dem du die Zukunft und die Vergangenheit an die Seite schiebst.
In unserem Alltag verlieren wir uns oft in unseren Sorgen und unserem Denken, wir haben immer viel zu viele Projekte um die wir uns kümmern. Deswegen ist es wichtig, dass wir lernen präsent zu sein, ganz lebendig, im Hier und Jetzt. Diese Qualität des SEINS kannst du dir selbst anbieten.
Der Moment macht dir bewusst, dass du lebst. Wenn du ständig in Gedanken bist, ob negativ oder positiv, verpasst du das liebevolle Lächeln deiner Kinder, die Aufmerksamkeit deines Partners oder die Schönheit der Natur.

Hier eine Geschichte von einem unbekannten Verfasser, die ganz wunderbar zu diesem Thema passt:
Ein ZEN Meister wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich sein könne. Er sagte:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,

wenn ich gehe, dann gehe ich,

wenn ich sitze, dann sitze ich,

wenn ich esse, dann esse ich,

wenn ich liebe, dann liebe ich ..."

Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: "Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?"
Er sagte wiederum: 

"Wenn ich stehe, dann stehe ich,

wenn ich gehe, dann gehe ich, 
wenn ich ... "
Wieder sagten die Leute: "Aber das tun wir doch auch!"
Er aber sagte zu ihnen:
 "Nein - wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,

wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,

wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel."

 

 

 

Kraft und Leichtigkeit


Das Leben ist geprägt von Höhen und Tiefen, von Schwierigkeiten und Freude.
Kraft und Leichtigkeit sind zwei Qualitäten die uns unterstützen den Weg mit mehr Gelassenheit zu gehen. Es sind Qualitäten die uns immer wieder helfen unseren allergrößten Herausforderungen zu begegnen.
Wir haben eigentlich permanent mit irgendwas zu tun was wir als herausfordernd oder belastend empfinden. Manchmal sind wir von Problemen, vom Schmerz oder einem Verlust so überwältigt das es uns richtig schlecht geht. Dann sollten wir uns an unsere Kraft erinnern. Kraft gehört zu unseren Superkräften und kann die Form von Disziplin, Fokussierung aber auch Hingabe und Ausdauer annehmen.
Die zweite Superkraft Gelassenheit unterstützt uns darin das unsere Entschlossenheit nicht zu hart wird, mit Geduld, Mitgefühl, Vergebung und Kreativität.
 So das die Kraft mit der Leichtigkeit ins Gleichgewicht kommt.
Yoga gibt uns die Möglichkeit unsere innere Stärke zu erkennen, in unsere eigene Kraft zu kommen und trotzdem offen und empfänglich bleiben. Unser Bewusstsein und unsere Anpassungsfähigkeit kultivieren.

 

 

 

“Die äußere Form folgt der inneren Haltung…”

Der Unterschied zwischen körperlichem Training und Yoga ist unsere innere Haltung. Yoga ist eine Haltung zum Leben. Mit Haltung ist eine Perspektive gemeint die wir bewusst einnehmen. Beim Yoga geht es darum, Bewusstheit in alles zu bringen. Bewusstsein unterstützt uns in unserem Bestreben in einer guten Beziehung zum Leben zu stehen. Diese Beziehung wird geprägt durch unsere innere Haltung und unserer Herzqualität. Sie formt unsere Beziehung zu uns selbst und zur Welt.

Philosophische Glaubenssätze helfen uns diese Perspektive zu verfeinern und eine lebensbejahende Einstellung zu wählen.

Um die Herzqualitäten und Haltung zu kultivieren integrieren wir sie als wichtigen Aspekt in die Yogapraxis.

Auf der Matte kannst du Verständnis, mehr Akzeptanz, Vertrauen, Beständigkeit, Feingefühl, Großzügigkeit, Mitgefühl und Geduld praktizieren.

Yoga gibt dir die Möglichkeit, dass sie in dir wachsen und gedeihen. All diese Eigenschaften existieren in dir eine spürbarer als andere. Yoga hilft dir sie wieder mehr zum Vorschein zu bringen.

Aus dem Herzen heraus zu leben bedeutet, sich für eine innere Haltung zu entscheiden um das schönste Leben zu gestalten das uns möglich ist.

 

 

 

 

Kriya Shakti- die Kraft des Handelns

 

Wir hatten Chit Shakti, das bewusste SEIN.

Ananda Shakti, dich bewusst anzunehmen mit allem was du bist. Nichts abzulehnen.

Iccha Shakti, Diesen Wunsch in dir spüren was zu machen. Das Wollen. WARUM?

Jnana Shakti, die Erkenntnis das Vertrauen in dein Wissen. WIE?

Kriya Shakti das Shakti der Tat. WAS?

Bisher haben diese Energien nur im Geist Entscheidungen getroffen. Mit dem Kriya Shakti geht’s jetzt in die Umsetzung, ins Handeln. Es ist das kreative Umsetzen aller Shakti Energien.

Die Praxis ist dann nicht mehr zielorientiert, sondern geschieht um ihrer selbst willen.

Ganz bewusst, nimmst du dich an und weißt warum du das tust was du tust und auch wie. So fließe mit der Kraft und der Freude deines Herzens. Genieße die Freiheit zu sein. Erkenne deine Kreativität, dein Potential um Schönheit zu schaffen. Freude zu vermitteln und weiterzugeben.

Solange es nur in uns ist, bleibt es unsere Vorstellung, wenn wir nicht ins Handeln kommen. Das Handeln, das Realwerden ist Kriya Shakti.

Nichts kommt im Leben, wenn man es nicht tut. Wenn wir uns annehmen wie wir sind ohne Zweifel, Wenn wir wissen was wir tun wollen und auch wie. Dann hält die Angst vor dem fallen dich nicht ab, sondern sie lässt dich fliegen.

Jnana Shakti

 

Jnana Shakti ist die Kraft des Verstandes, der Erkenntnis und der Weisheit. Sie dient der Problemlösung und führt zu mehr Klarheit.

 

Auch Jnana Shakti steckt in jedem von uns.

 

 Diese Energie weißt uns darauf hin, dass es sinnvoll ist zu wissen wie wir das was wir vorhaben, umsetzen können. Es beschreibt das Verstehen der innewohnenden Kraft/ Potentials

 

Jnana-Shakti ist sozusagen die Struktur der Realität.

 

Wir haben in uns den Wunsch nach Erkenntnis und Wissen.

 

Diese Kraft zeigt sich, wenn wir etwas wissen wollen. Es ist eine intellektuelle Energie aber auch eine intuitive Energie. Es geht um sinnvolles lernen aber auch um eine persönliche Erfahrung.

 

Wenn uns etwas interessiert fällt es uns sehr leicht uns Wissen anzueignen. Und dann, wenn das wissen sich gesetzt hat können wir unsere Einsichten erkennen und Weisheiten entstehen. Dadurch dass wir das Wissen für uns interpretieren.

 

Im Anusara werden wir immer mit den Prinzipien und Loops Ausrichtungen konfrontiert bis du irgendwann merkst, dass es im Körper angekommen ist und dann richtet sich der Körper von selber aus und es verbindet sich der äußere mit dem inneren Körper. Dann fühlt es sich leicht an und du beginnst mit dem Herzen zu fließen

 

 

 

Icchā-Śakti – die Kraft des Willens und Wollens

 

Iccha bedeutet Wille, Willenskraft, tief gehegter Wunsch. Es geht nicht um äußere Wünsche. Gemeint ist eine starke innere Kraft.

 

Um das Potential unseres Selbst zu entdecken, ist es wichtig zu begreifen das es immer Optionen und Möglichkeiten gibt zu handeln, und dadurch Dinge in deinem Leben zu verändern. Und Veränderungen machen dich bewusster.

 

Wir sind so eingebunden in unserem Alltagstrott und erledigen unsere Routine. Dass wir viel zu selten in uns hineinhören.

 

Das Erwachen und Erkennen des eigenen Seins und das begreifen des Potentials ist der erste Schritt. Je näher du dir kommst desto eher kannst du deinen Herzenswunsch hören oder spüren.

 

Hinter Iccha verbirgt sich der ungehinderte Wille zu sein, dein DASEIN zu verkörpern und zu manifestieren.

 

Iccha beschreibt den Willen sich auszudrücken und sich somit selbst zu erfahren. Es ist das Erwachen zu dem Wissen der eigenen Natur und das Wissen um das eigene Potential.

 

 

 

Ananda Shakti

 

Wenn es uns gelingt in der Energie des Bewusstseins zu verweilen, dann erlangen wir Zugang zu Ananda Shakti.  Denn Glückseligkeit entsteht aus Bewusstsein, wie Hitze aus dem Feuer.

 

Wir treten ein in die Kraft der Glückseligkeit einfach dadurch, dass wir uns vollkommen bewusst werden über das, was wir fühlen in jedem gegebenen Moment und es vollständig annehmen, keinem Teil davon ablehnen. Es ist wichtig nicht zu bewerten was wir fühlen oder denken, sondern es zu nehmen wie es ist, und zwar in seiner Ganzheit.

 

In diesem Moment kannst du dich öffnen für die Wirklichkeit und ihrer Schönheit.

 

Ananda meint einen Zustand absoluter Zufriedenheit, Akzeptanz, und tiefe Freude- ein Frieden, der alles Verständnis übersteigt.

 

Es bedeutet im friedvollen Grund des SEINS zu ruhen einem Zustand wirklicher Verbundenheit.

 

Dieser Zustand der so viel erfüllender ist als gewöhnliches erleben von Glück.

 

Je mehr wir diese liebevolle Selbst-Bewusstheit praktizieren, desto größer und vollständiger wird die Erfahrung von Ānanda, die unweigerlich damit einhergeht.

 

 

 

Die fünf göttlichen Shakti-Kräfte

 

In der Philosophie des Tantra Yoga auf die Anusara zurück greift sind SHIVA und SHAKTI untrennbar miteinander verbunden.

 

SHIVA ist das immerwährende in dem alles existiert. Schafft den Raum damit sich Dinge entfalten können, ist die Basis allen SEINS.

 

SHAKTI repräsentiert Aktivität und Lebendigkeit, Schöpfungskraft und Energie. Steht für Kraft, Potenzial und Dynamik.

 

Keines von beiden ist wichtiger. Shiva alleine ist nicht lebendig, er braucht die Manifestationskraft Shaktis um Menschen, Bäume, die Erde zu schaffen. Shakti allein kann nichts schaffen, sie braucht Shiva der den Raum schafft in der Schöpfung entstehen kann.

 

Es gibt fünf Kräfte Shaktis die wir auch in unserem Leben erfahren.

 

1.   Chit Shakti- die Kraft des Bewusstseins

 

2.   Ananda Shakti- die Kraft der Glückseligkeit

 

3.   Iccha Shakti- die Kraft des Willens

 

4.   Jnana  Shakti- die Kraft des Wissens

 

5.   Kriya Shakti- die Kraft der Handlung

 

 Chit Shakti

 

Lenke dein Bewusstsein auf deine Wahrnehmung. Sei ganz bewusst das du wahrnimmst. Das ist Chit Shakti die Kraft die hinter allem liegt und Wahrnehmung möglich macht. Chit Shakti gibt dir die Möglichkeit dich selbst zu erkennen, indem du dich ganz bewusst selbst wahrnimmst.

 

Es ist das bewusste SEIN, das man ist.

 

 

 

Zurücklehnen

 

Heute in der Praxis geht es darum sich ein Stück zurückzulehnen, um die Perspektive zu verändern. Etwas Neutralität zuzulassen.

 

In vielen Situationen in den wir uns immer wieder befinden sind wir geneigt gleich vorzupreschen. Reagieren sehr schnell so dass wir nicht selten unser Handeln oder das was wir gesagt haben später bereuen.

 

Weil wir gar nicht merken, dass wir aus dem Ich heraus reagieren. Das wir so mit unserer Vorderseite verbunden sind, da wo unsere ganzen Strukturen, Verletzungen und Mustern verankert sind.

 

Unsere Vorderseite steht für unsere Ego Seite, die individuelle Seite und unsere Rückseite steht für das universelle. Das was dich unterstützt und trägt.

 

Was immer da ist und dir die Möglichkeit gibt einen Schritt zur Seite zu gehen, die Perspektive zu verändern. Die Rückseite verändert den Blick, lässt ihn neutraler werden.

 

 

 

Offenheit

 

Um das Leben in seiner ganzen Fülle wahrnehmen zu können, brauchen wir Kraft. Kraft, um unser Selbst zu erkennen. Es ist so wichtig zu wissen wer wir sind, um uns selbst zu vertrauen. Damit wir erkennen, dass wir unser Leben gestalten können ohne uns dabei zu verlieren. Zu erkennen, dass wir die Fähigkeit haben zu verändern, Neues zu kreieren, uns abzugrenzen von Dingen und Menschen, die uns nicht guttun.

 

Doch es ist nicht nur die Kraft, die wir brauchen, sondern auch die Offenheit.

 

Die Bereitschaft neben der Kraft die Sanftheit in unser Herz einzuladen, damit wir die ganze Fülle des Lebens genießen zu können.

 

Und je mehr wir wissen wer wir sind, desto weicher und offener können wir dem Leben entgegentreten.

 

 

 

Die Gunas Qualitäten oder Eigenschaften

 

Manchmal fragt man sich warum wir alle so unterschiedlich sind und irgendwie doch gleich.

Gemäß der Yoga Lehre sagen uns die Gunas warum wir Menschen so sind wie wir sind und das tun was wir tun. Gunas sind Eigenschaften, Charakteristika die in uns koexistieren. Gunas sind Teil der Natur, Teile unserer Natur. Keine versteckten Qualitäten. In jedem von uns nur die Ausprägung ist unterschiedlich.

Es sind Tamas Rajas und Sattva.

Tamas verleiht uns Schwere und Trägheit, Rajas verleiht Energie und Tatendrang und Sattva verleiht Reflektion und Klarheit.

Wenn Tamas vorherrscht, spüren wir Schwere und Trägheit. Diese Charakteristika wirkt hemmend, verwirrend, demotivierend und verunsichert uns und bremst uns aus. Die typische Tamas liebt die Einsamkeit und mag sich nicht so gerne unters Volk mischen. Stattdessen liegt sie lieber auf der Couch oder im Bett und denkt über das Leben nach – am allerliebsten über die Vergangenheit. Eine scheiternde chaotische Energie.

Doch die gute Nachricht: die Qualitäten existieren niemals in purer Form. Sie vermischen sich sie interagieren und vermengen sich und formieren sich immer wieder neu.

Wenn Rajas vorherrscht, dann sind wir äußerst geschäftig, immer am Tun und am Machen. Rajas steht für Leidenschaft, das Fordernde, Ambitionierte und vor allem das was sich Aufmerksamkeit wünscht. Wir malen uns gerne aus, was die Zukunft alles bringt. Wenn wir etwas tun, sind wir in Gedanken oft schon wieder beim nächsten Ereignis. Eine dynamische Eigenschaft die uns zu Bewegung veranlasst, aber auch gefährlich sein kann. Zuviel Rayas führt zu Rastlosigkeit und Anspannung Egoismus und Selbstüberschätzung. Auch hier kommt es auf das richtige Maß an immer im guten Verhältnis zu Ruhe und Entspannung. Rayas ist oft erschöpft und findet doch keine Ruhe.

Sattva steht für Reinheit und Klarheit. Güte und Harmonie. Und doch zu viel Sattva führt dazu das man vor den Herausforderungen des Lebens flieht und jeglichen Bezug zur Realität verliert. Ein zu starker sattvischer Mensch könnte anstatt sich dem Alltagsleben zu widmen sich der Illusion hingeben zu etwas Höherem bestimmt zu sein.

Tatsache ist das der Ausgleich zwischen allen drei Gunas das ist was zählt.

Je mehr wir verstehen, welche Eigenschaften gerade am meisten aktiv sind, desto eher können wir begreifen welche Reaktion es braucht bei anderen und vor allem bei uns selbst. So wäre es doch großartig, wenn wir schwer und Antriebslos sind das wir uns ein etwas Raya gönnen uns selbst ein bisschen Herausfordern. Oder einfach etwas schneller zu gehen, anderen zu helfen, hilfsbereit sein. Wenn wir aufgeregt sind und auf ein Ziel hinarbeiten dann ist Rayas dran. Sollte das zu schlaflosen Nächten und gestressten Tagen führen ist Sattva gefragt.

 

 

 

Identifikation

 

Eines der größten Leiden ist eine zu starke Identifikation. Identifikation mit unseren Rollen, die der Mutter, Tochter, Partnerin, Ehefrau, Yogalehrerin, Yoga Schülerin, Freundin. All diese Rollen an die wir Anforderungen haben, wie wir sie füllen möchten. Die Anhaftungen an diese Rollen ist manchmal so stark, dass wir vergessen, dass es nicht unsere wahre Identität ist, sondern nur eine Rolle.

 

Auch haften wir an unseren Körper an, identifizieren uns mit ihm und leiden, wenn er nicht so ist, wie wir es uns vorstellen oder wenn er sich verändert.

 

Auch mit unseren Erfahrungen und Meinungen identifizieren wir uns und kommen gar nicht gut damit zurecht, wenn wir beleidigt werden.

 

Wir merken, wie stark die Identifikation ist, wenn wir kritisiert werden oder uns mit anderen vergleichen. Mit welchen Emotionen wir reagieren, welche Empfindungen das in uns hervorruft oder wie sich unser Körper anfühlt.

 

Je weniger wir an Identifikationen festhalten, desto freier und glücklicher werden wir. Dann können wir auch gelassener umgehen mit Kritik oder Beleidigungen.

 

Die Identifikation aufzugeben heißt nicht irgendetwas loslassen, oder unser Selbst aufgeben. Ganz im Gegenteil. Wir kommen unserem Selbst näher.

 

DASEIN im SELBSTSEIN Ganz PUR

 

 

 

Herausforderungen

 

Die Zeiten sind nach wie vor turbulent und herausfordernd-für uns alle!

Vermutlich versucht jeder von uns hier so gut es geht durchzukommen.  Darum sollten wir darauf achten das wir uns nicht spalten lassen, weil andere eine andere Meinung haben über das was hier passiert. 

Wir sollten nicht über andere schlecht reden oder denken nur weil sie nicht unserer Meinung sind. In den Yoga Sutren steht wir sollten Ahimsa praktizieren. Die Gewaltlosigkeit und die bezieht sich nicht nur auf körperliche Gewalt sondern auch auf Worte und Gedanken. Denn da fängt sie an. Außerdem wenn wir schlecht über andere denken oder sprechen trifft es nicht nur den Empfänger sondern auch den Sender. 

Der bewusste Atem hilft uns innerlich weit zu werden und in dieser Weite Offenheit und Leichtigkeit in uns zu erfahren die uns unterstützt toleranter und großzügiger anderen gegenüber zu sein. Nicht auf jeden Impuls unseres Geistes anzuspringen. 

Lasst euch ein auf die Erfahrung um offener im Umgang mit anderen zu sein.

 

 

Das Bild von Dir

 

Die Art und Weise wie wir unser Leben meistern ist häufig geprägt von dem Bild das wir von uns haben. Wie dieses Bild entstanden ist, welche Erfahrungen ihm zugrunde liegen da lohnt es sich hinzuschauen. Welchen Einfluss haben die Meinungen von anderen. Besonders die Statements von sogenannten Autoritären Eltern oder Lehrern. Wie sehr lassen wir uns beeinflussen. Und ganz interessant ist es zu sehen das negative Meinungen über uns so viel stärker sind als positive. Wenn sie sich festgesetzt haben sind sie nur schwer wieder loszuwerden.

Doch wie stark ist dieser Einfluss von außen? Bin ich so wie ich bin weil ich so aussehe? Oder bin ich so weil ich diesen Beruf ausübe? Bin ich wie ich bin weil ich diesen Partner habe? Und wer bin ich dann wenn ich nicht mehr so aussehe? Wenn icv den Beruf nicht mehr ausübe. Wer bleibt übrig wenn mein Partner geht??

Wenn wir darüber nachdenken dann erkennen wir wie leicht es ist, nicht zu merken wie stark der Einfluss ist.

Und doch wir haben alle diese wahre Natur in uns. Diese innere Essenz die nicht von außen beeinflusst wird. Und wir haben sie alle egal wer wir sind und wie wir im außen wirken.

Wenn wir Yoga praktizieren ist es ein Dialog zwischen dem äußeren und dem inneren Körper. Wenn wir Im Einklang praktizieren geben wir uns den Raum unser Selbst zu spüren zu erkennen.

Gewahr werden ist Veränderung

 

Wir halten so fest an unseren Mustern und Konstrukten um uns sicherer zu fühlen. Und ganz bestimmt gibt es Zeiten da geben sie uns Halt und Stabilität.

Aber ganz oft begrenzen wir uns selbst damit und nehmen uns Spontanität und Leichtigkeit.

Darum lohnt es sich diese Strukturen zu hinterfragen. Was machen diese Strukturen mit mir? Woher kommen sie und brauche ich sie wirklich. Kann es nicht sogar sein das sie mich Limitieren mich eng machen mir meine Lebendigkeit nehmen?

Das erkennen, das gewahr werden von Mustern und gedanklichen Konstruktoren lassen den Wunsch nach Veränderung entstehen. Doch Veränderungen brauchen Mut den oft sind die Strukturen tiefer verankert, ja einzementierter als wir dachten.

Doch es lohnt sich hinzuschauen und Strukturen die dir nicht mehr guttun loslassen um Lebendiger, freier und leichter zu sein.

Lass los was du nicht brauchst.  Trau dich neue Wege zu gehen. Dich auszuprobieren.

Bewusstseinserweiterung

 

Im Grunde geht es im Yoga immer darum unsere Wahrnehmung zu verfeinern um mehr Bewusstsein zu schaffen für uns und unsere Umwelt.

 

Als würden wir auf eine feinere Frequenz kommen um die Energie wahrzunehmen. Die Energie in uns und um uns herum. 

 

Die Energie in der Einatmung die uns füllt bis in den kleinsten Winkel in unserem Körper.

 

Im Ausatmen dann den sanften Luftstrom der unsere Haut berührt und die Energie die man spürt.es ein Ozean voller Energie.

Vertrauen in die höhere Kraft

Nicht selten kommen Zweifel bei uns auf, Zweifel, ob das richtig ist was wir tun. Aber auch, ob wir das überhaupt können. Wir sind uns unsicher, ob wir gut genug sind. Und wenn wir dann noch anfangen uns zu vergleichen werden wir noch unsicherer.

 

Uns fehlt das Vertrauen.

 

Helfen kann uns ein Perspektivwechsel. Ein wenig Distanz zu finden zu all den Zweifeln und Unsicherheiten.

 

Wir haben diese Möglichkeit, unsere Rückseite ist von all den Zweifeln und Unsicherheiten nicht beeindruckt. Denn unsere Rückseite steht für eine höhere Kraft, die immer da ist und uns die Hand reicht immer wieder. Finde Vertrauen in diese höhere Kraft, was auch immer für dich diese höhere Kraft ist, das Universum, die Natur oder Gott.

Verfeinere deine Wahrnehmung um die Hand zu erkennen die dir gereicht wird.

 

 

In unserer Vorderseite sitzt unser Ego nicht bewertend nur orientierend. Hier entstehen auch die Zweifel, die Unsicherheiten. Mitunter kann es da ziemlich eng werden vor lauter Perfektionismus.

 

Wenn wir unser Bewusstsein in unsere Rückseite bringen, verändert sich sofort unser Blick auf all die Dinge, die uns umtreiben. Und wenn wir den Atem in unserer Rückseite wahrnehmen richtet sich unser Rücken so auf das wir uns anlehnen können. Es entsteht Vertrauen in unserer Rückseite. die in unserem Bewusstsein so viel größer scheint als unsere Vorderseite. Verbinde dich mit deiner Rückseite und genieße die Unterstützung, sie ist da!!

 

 

Maya:
Die Verschleierung, die Täuschung, die Illusion

Nachdem mein Vater gestorben war habe ich mit meinen 5 Geschwistern viel über ihn gesprochen. Es war verstörend, was da für unterschiedliche Geschichten rauskamen. Unglaublich wie anders wir Situationen wahrgenommen haben.

Das ist die verhüllende Kraft von Maya. Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern so wie wir sind. Unser Blick ist verschleiert.

 

Vergleichbar mit einem Kaleidoskop. In jedem der Fächer die gleichen bunten Glassteinchen und doch ergibt sich bei der kleinsten Verschiebung ein völlig neues Bild, eine komplett andere Geschichte.

Dann gibt es noch die projizierende Kraft Mayas, die häufig verwendete Metapher von dem Bild der Schlange, die in der Dunkelheit als Seil wahrgenommen wird. Das Unwirkliche für Wirklich zu halten. In dieser Illusion kann man sich leicht verrennen.

Wir oft habe ich in einer Yogastunde gedacht, dass ich es nicht gut mache, in den Augen der anderen sogar gelesen, dass es nicht gut ist. Gott sei Dank hat es sich meistens direkt aufgeklört.

Um den Schleier der Unwissenheit und der Illusion zu lüften müssen wir der Wahrheit ins Gesicht sehen. Dazu gehört auch das Maya nicht für die Verschleierungen verantwortlich ist, wir erschaffen diese Illusionen, diese Täuschungen selbst oft durch falsche Erwartungen, irregeleitete Wahrnehmungen und subjektive Interpretationen der Realität selbst.

Je mehr Bewusstsein wir für Maya schaffen, desto größer die Möglichkeit uns wieder mit dem zu verbinden was wirklich ist.

 

 

 

Vertrauen

Es ist so schön, dass wir wieder mit Euch praktizieren dürfen.  So live im Studio Eure Energie spüren präsent sein.

Es war schon eine sehr lange Zeit. Und dann ging es plötzlich so schnell…

Wahrscheinlich ist es völlig normal das es vielen nicht so leicht fällt den Hebel wieder umzulegen und da weiter zu machen wo wir aufgehört haben…

Da fehlt das Vertrauen. Das Vertrauen in unseren Körper, in unsere Praxis, in unsere Kraft ja und in unsere Intuition. Das Vertrauen das wir wissen was uns gut tut.

Und darum geht es in unserer Praxis. Das Vertrauen in uns wieder aufzubauen fühlbar machen.

 

 

 

Dvesha

Dvesha bedeutet Ablehnung, Abneigung oder etwas unbedingt vermeiden wollen. Ohne Zweifel werden hier Anhaftungen und Emotionen beschrieben, die viel Lebensenergie verschlingen und uns unbewusst von dem Weg zu mehr Ruhe im Geist abbringen können. Dvesha erwächst aus der Sehnsucht nach Liebe und Vollkommenheit, daraus, dass wir nicht konfrontiert werden wollen mit Schwächen oder mit nicht perfekt sein.

 

Natürlich haben wir alle Dinge, die wir bevorzugen, die wir weniger mögen. Um die geht es nicht, sondern um diese Dinge, die Energie rauben, die uns kräftezehrende Vermeidungsstrategien entwickeln lassen, um ihnen nicht zu begegnen.

 

Egal wieviel Energie wir darauf verwenden, der Kontakt mit Dvesha ist unumgänglich. Wir reagieren mit Abneigung auf die Anzeichen des Alterungsprozesses oder auf krankheitsbedingte Einschränkungen. Es stört unser Bild von Vollkommenheit.

 

Oft vermeiden wir Auseinandersetzungen um Liebenswert zu sein.

 

Hier kann uns Viveka helfen, die Unterscheidungskraft, die wir alle haben. Zu erkennen, dass wir viel perfekter und liebenswerter sind, wenn wir authentisch sind mit all unseren Ecken und Kanten.

 

Diese Erkenntnis verändert unsere Vermeidungsstrategie und schenkt uns mehr Leichtigkeit.

 

 

 

Raga

Raga steht für Haben wollen, also für unsere Wünsche, Ansprüche und Bedürfnisse. Es geht vom Essen über die Wohnung bis hin zu den neusten Schuhen, aber auch um Aufmerksamkeit, Anerkennung, Liebe, einen Partner wollen wir haben. Erfolg und Macht sind auch sehr beliebt.

Vieles was wir unbedingt HABEN WOLLEN ist uns noch nicht mal bewusst. Der Kaffee morgens, die Yoga-Einheit abends oder andere Gewohnheiten.

 

Es ist also ein nicht endendes HABEN WOLLEN: Sich mit Raga zu beschäftigen heißt für uns erstmal zu erkennen, dass es zu uns gehört, aber auch wozu es in der Lage ist, zu beobachten, wo und wann es anfängt uns eng zu machen und unsere Handlungsfreiheit einschränkt.

Wenn wir von unseren Gedanken beherrscht werden und wir glauben, dass wir das was wir HABEN WOLLEN brauchen, um glücklich zu sein, dann entsteht das Gefühl von Mangel und großes Leid.

 

Beobachte deine Gedanken und erkenne, dass deine Gefühle deine Gedanken reflektieren und umgekehrt. Verbinde dich mit deinem Atem, dann nimmt der Atem die Gedanken an die Hand und du fühlst, dass es ruhiger wird. In dem Moment entsteht vertrauen und du erkennt:

Es ist alles da.

 

 

 

Asmita

Das zweite Klesha Asmita, das als Störfaktor genannt wird, ist die Identifikation mit dem ICH. Es bedeutet die Identifikation mit dem momentanen Gefühl, mit der Rolle, die Aufgabe, die man aktuell füllt.

Es ist völlig in Ordnung, dass wir uns damit identifizieren, sagt Patanjali. Wir sollen unsere Aufgaben im Leben ernst nehmen. Die Frage ist nur: Wer bin ich wirklich ohne all diese Aufgaben? Und wie weit wird die Identifikation von außen beeinflusst?

Wie oft, wenn wir gefragt werden wer wir sind, antworten wir mit Angaben zu Namen, Beruf, Besitz etc. Aber sind wir das wirklich?

Sicher ist das eine sehr herausfordernde Frage, die wir uns hier stellen. Die wir auch heute nicht klären werden. Und doch bekommen wir vielleicht eine Idee davon, wer wir wirklich sind. Was unsere wahre Natur ist.

Unsere wahre Natur, diese innere Essenz, die in uns wohnt, ganz pur, friedlich und immer da. Egal welche Rolle wir füllen und wie wir im Außen wirken.

In den Schriften wird sie unter anderem als Seher beschrieben. Als Seher, der nicht bewertet, eine vollkommen neutrale Instanz, die im Geschehen nicht involviert ist. Nicht emotional, nicht wohlwollend. Nur sehend.

Für die Praxis verbinden wir uns mit dieser Instanz in uns. Sehen uns von innen heraus durch die Augen dieses Sehers. Du kannst dich darauf einlassen, neues erleben oder bewerten und dich der Erfahrung berauben.

 

 

 

Kleshas

Das Ziel von Yoga ist es, die Gedanken des Geistes zur Ruhe zu bringen.

Im Yoga wird unser Geist mit der Oberfläche eines Sees verglichen. Schon der kleinste Winstoß bringt die Oberfläche in Bewegung. Wenn es stürmt ist die Oberfläche kaum wahrnehmbar und vom Grund ist nichts zu erahnen.

Patanjali nennt auf dem Yogaweg fünf Hindernisse, geistige Barrieren, die uns nicht zur Ruhe kommen lassen, die Kleshas. Die in der heutigen digitalen Welt aktueller sind denn je.

Das erste Klesha ist Avidya, Patanjali sagt das Avidya alle anderen Kleshas mit sich zieht. Avidya. Wortwörtlich bedeutet es das Nicht-Sehen.

Mir gefällt die Interpretation von Anais Nin: "Wir sehen Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie so wie wir sind."

Darum geht es heute. Wie sollen wir etwas Gutes sehen, wenn wir in uns noch nicht das Gute sehen. Wie sollen wir unseren Gegenüber als einzigartiges Individuum verstehen, wenn wir uns nicht als Einzigartig akzeptieren.

 

 

 

Praxis aus der Rückseite

In unserer Wahrnehmung ist uns unsere Vorderseite bekannt und vertraut. Wir kümmern uns um die Vorderseite, sehen sie täglich im Spiegel, pflegen sie gut und lassen sie gut aussehen. Bekannt ist sie uns auch von Fotos, auch da geben wir alles um positiv rüberzukommen.

Dieses Abbild von unserer Vorderseite kreiert eine Idee von uns. Dieses Bild prägt sich so ein, dass wir denken, dass wir das sind. Doch es ist nur ein Bild von unserer Vorderseite. Wir sind viel mehr als das.

Unsere Vorderseite ist unsere individuelle Seite, sie steht für unser Ego. Nicht bewertend, sondern orientierend. Alles was wir tun geht über vorne.

Die Rückseite steht im Yoga für das Universelle. Das universelle, das große Ganze, das alles zusammen hält. Das kann für jeden unterschiedlichen sein. Was hält dich zusammen? Ist es dein Partner? Deine Familie? Deine Arbeit? Dein Glaube an welchen Gott auch immer?

Die Rückseite schützt und stützt uns. Sie ist immer da. Nimm das auf in dein Bewusstsein. Du bist nie allein. Atme in die Rückseite und verbinde dich mit dieser universellen Seite. Finde Vertrauen in diese Rückseite und lehne dich an. Tauch ein in deine Rückseite und erkenne: Hier darf alles, aber muss nichts passieren. Alles ist da. Keiner wird prüfen, ob du es glaubst oder nicht, aber wenn du dich darauf einlassen magst, dann stell es die vor und erlebe, was es mit dir macht.

 

 

 

Aufmerksamkeit

Laut der westlichen aber auch der buddhistischen Psychologie ist eines der größten Leiden der Menschen, dass wir uns zu stark identifizieren. Es ist völlig normal, dass wenn wir etwas tun, dass wir uns mit dieser Sache identifizieren, und natürlich möchten wir, dass das anerkannt, gesehen und respektiert wird. Wenn es das aber nicht wird oder wenn es sogar schlecht bewertet wird, dann leiden wir. Wir sind dann enttäuscht, gekränkt und verletzt.
Da sollten wir dann bereit sein hinzuschauen, zu erkennen, wer leidet da, und warum. Sind wir das wirklich? Wenn wir die Bereitschaft zeigen einen Schritt zur Seite zu gehen, können wir sehen, es ist unsere Identifikation mit unserem Ego, das verletzt ist. Mit dem Erkennen geben wir uns die Möglichkeit zu akzeptieren, dass es so ist. Dieses Erkenntnis bringt uns näher zu unserer wahren Natur und das Leiden verändert sich.

Den inneren Raum betreten

Wie selbstverständlich benutzen wir unseren Körper, wie ein Instrument. Zum Gehen und Laufen benutzen wir Füße und Beine. Beim Arbeiten am Computer, beim Kochen und anderen Arbeiten werden unsere Arme und Hände benutzt. Gedanken machen wir uns erst, wenn irgendetwas nicht so funktioniert, wie es sollte. Dabei ist unser Körper viel mehr als ein Instrument. Es ist unser Raum, den wir betreten, um Ruhe zu finden, Kraft zu tanken, Schutz zu suchen, reflektieren können. Die Stille genießen und uns ganz Nahe kommen können. Darum werden wir heute in der Praxis unseren Körper bewusst nicht wie ein Instrument benutzen, sondern den Raum betreten und von innen heraus praktizieren.

Frühling II

Beginnen möchte ich mit einem Zitat: "Das Schönste am Frühling ist, dass er immer dann kommt, wenn wir ihn am dringendesten brauchen." ~ Jean Paul.

 

Dies ist in der Tat so. Wir können diesen Frühling jetzt sehr dringend gebrauchen. Darum, in dieser Praxis, setzen wir uns in unserer Vorstellung auf eine Wiese, sehen die zarten Blumen, die aus der schweren, feuchten Erde gewachsen sind, um uns mit ihrer Schönheit zu erfreuen. Sehen wie sich die kahlen Äste in kürzester Zeit mit tausenden von Knospen überziehen, explodieren und zu einem riesengroßen Blumenstrauss werden. Diese Kraft ist gewaltig. Das winterliche Grau ist passé. Jede einzelne Blüte verspricht neues Leben, Zuversicht, Lebenslust und Wachstum.

Und wir verbinden uns in der Praxis mit dieser Energie des Frühlingserwachens.

Das Geheimnis von Sthira Sukham

Asanam

Sthira Sukham Asanam ist wohl das bekannteste Suthra von Patanjali. Sthira bedeutet stabil, fest, standhaft, kraftvoll und widerstandsfähig. Sukham angenehm, leicht, das Wohlgefühl fördernd, Glück, bequem. Und so sollte jede Asana ausgeführt werden, Kraftvoll und leicht zugleich. Denn erst wenn die Anstrengung eine Asana auszuführen mühelos ist, erkennst du das Geheimnis.

Unser Leben besteht aus Gegensätzen, aus Polaritäten. Und unser erster Impuls ist uns zu entscheiden. Dabei geht es um die Mitte, die Balance zu finden. Und es ist nicht die Mittelmäßigkeit, sondern die Harmonie zwischen diesen Gegensätzen, denn in dem Moment, wenn du der Kraft vertrauen kannst, und leicht werden kannst, schweben kannst. Dann findet der Geist das Geheimnis: Frieden und Grenzenlosigkeit. Du kannst es auf der Matte üben und im Alltag finden. Wir wissen alle, dass wir uns frei und mühelos entfalten können, wenn wir geerdet und verwurzelt sind. Stressige Lebensumstände entwurzeln uns, wir verlieren an Halt und werden unbeweglich. Wenn wir unter Stress stehen, neigen wir dazu uns an Sthira festzuhalten, und agieren mit noch mehr Kraft und Stärke. Dabei täte und Sukham, die Leichtigkeit, in dem Moment viel besser, und würde uns helfen den Stress zu lösen.

Frühling I

Die letzten Tage haben wir schon einmal einen Vorgeschmack bekommen auf den Frühling. Sofort geht es los mit dem Ausräumen und dem Aussortieren. Ich habe schon die Fenster geputzt und im Garten gearbeitet.

Auf körperlicher Ebene haben wir im Yoga die Twists. Hier können wir unsere Organe auswringen, zum Entgiften.

Auf mentaler Ebene nutzen wir die Praxis um loszulassen. Menschen, Strukturen, Dinge, die uns nicht guttun. Strukturen, die uns lange halt gegeben haben, und doch irgendwann eng machen. Anhaftungen, Erwartungen an Idealvorstellungen, die wir von uns haben, was wir aber gar nicht sind.

Lass uns die Praxis nutzen, es gehen zu lassen, ganz vorsichtig. Es war lange ein Teil von uns. Darum schau es dir nochmal genau an, und genieße den Moment, wenn du es gehen lässt. Erlebe dich dann, vielleicht noch unsicher, aber leichter und freier, authentischer und in der Lage dein eigenes Potential zu entdecken.

Namasté

Immer wenn wir auf ein anderes menschliches Wesen treffen und seine Würde ehren, helfen wir die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Wir haben uns letzte Woche erinnert, dass unter unserer äußeren Schicht ein innerer durch und durch positiver Kern ist, unsere wahre Natur. Und auch daran, dass dieser positive Kern in jedem von uns ist, der oft durch die Schutzschicht kaum zu erkennen ist. Wenn wir anderen Menschen respektvoll, würdevoll begegnen, dann ist es als würden wir einen Kanal zu ihrem inneren Kern schaffen. Sie sind plötzlich in der Lage ihren positiven Seiten zu sehen. In Indien grüßen sich die Menschen indem sie die Handflächen aufeinander legen und "Namasté" sagen. Das bedeutet "Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir". Damit sagen sie, dass sie das Gute in ihrem Gegenüber erkennen. Wenn wir lernen, das Gute in uns selbst zu erkennen, zu akzeptieren, dann sehen wir auch das Gute in anderen klarer. Und wenn wir das Gute in unserem Gegenüber sehen, verwandelt wir sein Herz.

Unsere edle Natur

Ich möchte euch eine Geschichte von Meditationslehrer Jack Kornfield erzählen.

In einem Tempel in der Nähe von Thailands Hauptstadt stand viele Jahrhunderte eine Tonstatue von Buddha, nicht besonders schön aber alt. Eines Tages entdeckten Mönche Risse in der Statue, die so groß wurden, dass man in die Statue reinsehen konnte. Zum Vorschein kam eine wunderschöne goldene Buddhastatue. Die Mönche glauben, dass die Tonhülle geschaffen wurde um die Statue in Zeiten kriegerischer Konflikte vor gieriegen Menschen zu schützen.

Ähnlich verhält es sich auch mit uns. Wir haben alle schon schwierige Zeiten erlebt, Zeiten in denen wir uns von unserem inneren Kern mehr und mehr entfernt haben und so wie die Menschen damals die goldene Statue vergessen haben, vergessen auch wir oft unseren edlen inneren Kern. Meistens sind wir nur mit unserer schützenden Tonschicht beschäftigt, darum wollen wir die Praxis heute nutzen um uns zu erinnern, an unsere edle innere Natur, die in jedem von uns steckt, und die äußere Hülle mal vergessen.

Akzeptanz

Wir haben alle Stärken und Schwächen. Mit unseren Schwächen tun wir uns schwer. Wir tun uns schwer sie anzunehmen und verwenden oft viel Energie darauf, sie zu ignorieren oder ihnen aus dem Weg zu gehen. Darum werden wir in der Praxis auf unsere ungeliebten Anteile schauen und sie akzeptieren. Denn Akzeptanz lässt uns versöhnlicher mit unseren vermeintlichen Schwächen umgehen. In dem Moment, in dem du deine Schwächen als ein Teil von dir akzeptierst, verlieren sie ihre verunsichernde Wirkung. Du kannst sie annehmen und es entsteht Freiheit. Akzeptanz ist der Weg, ja zu sagen, zu dem was du bist. Auf keinen Fall ist Akzeptanz, sich in allem zu fügen. Akzeptanz ist ein wichtiger Schritt um die Veränderung einzuleiten.

Sich abgrenzen um sich nicht zu verlieren

Die äußere Welt lässt uns nicht zur Ruhe kommen, darum wollen wir die Praxis nutzen, um die Kraft in uns fühlbar zu machen und das Vertrauen spürbar, damit wir uns nicht in den Unsicherheiten des Außens verlieren, sondern das Vertrauen im Inneren zu finden.

Raum für dich

In unserem Leben gibt es so viele Rollen, die wir füllen. Rollen wie die der Tochter, der Mutter, der Freundin, des Trainers, der Lehrerin, und so weiter. Alles Dinge, die wir tun, von denen wir eine bestimmte Vorstellung haben. Das liegt in der Natur des Menschen. Wir sollten nur schauen, dass diese Rollen unsere Farben haben. Darum schafft euch Raum um zu sein. Ganz pur, ganz authentisch, ganz ihr selbst. Ein Raum, in dem ihr keine Erwartungen an euch habt, in dem ihr nichts abliefern müsst, in dem ihr keinen beeindrucken müsst, in dem ihr ganz ihr selbst sein könnt. Ein Raum, in dem ihr euer Potential entdeckt, das sich entfalten kann, wenn es nicht muss aber darf.

Einfluss nehmen auf das Wie

Die äußere Welt hält uns ganz schön auf Trab. Wir werden so überflutet mit negativen Informationen und Nachrichten, sodass wir beinahe nur noch Negatives sehen. Und doch können wir Einfluss nehmen, wie wir die Dinge sehen.

Wir können uns bewusst dafür entscheiden, das Positive zu sehen.

Und das machen wir heute gemeinsam in der Praxis. 90 Minuten uns zu füllen mit Positivem. Um dann so, in dieser Fülle, wieder offen zu sein für das Schöne. Schenke dir die Möglichkeit, und komm auf die Matte.

Zuversicht

In der jetzigen Zeit mit all ihren Herausforderungen, treffen wir oft auf Gefühle wie Unsicherheit, Zweifel und auch Angst. Und all diese Emotionen haben ihre Berechtigung. Es ist völlig in Ordnung, dass wir zweifeln, ob alles richtig ist, wie es hier läuft, und Angst schützt uns ganz häufig. Und doch sollten wir uns von den Gefühlen nicht beherschen lassen. Was mir immer wieder hilft ist eine Praxis auf meiner Yogamatte. Wenn ich mich mit dem Atem verbinde, über den Atem den Körper finde und meine Stärke spüre, finde ich Vertrauen in mir. Vertrauen, dass mir hilft zuversichtlich zu bleiben.

Dankbarkeit

Wir verbinden uns zuerst mit unserem Herzraum, erkennen dort unsere liebevolle Energie, und dann erinnern wir uns an den Menschen in unserem Leben für den wir dankbar sind, dass er Teil unseres Lebens ist. Wir erinnern uns an Situationen, die wir gemeinsam erlebt haben, und dieses Gefühl von Dankbarkeit, dass er zu unserem Leben gehört. Und dieses Gefühl der Dankbarkeit schicken wir in unser Herz. Dann erinnern wir uns an eine Entscheidung, eine Erfahrung, die wir gemacht haben, für die wir dankbar sind, und auch diese Dankbarkeit senden wir in unser Herz. Und wir bedanken uns bei unserem Körper. Dass er uns ermöglicht, dieses Leben zu leben, dass wir leben. Unser Körper, der das zuhause unserer Seele ist, und auch diesen Dank schicken wir in unser Herz, und aus dieser Fülle praktizieren wir, wir erkennen, dass alles da ist und wir empfangen das Geschenk der Dankbarkeit: Die Zufriedenheit.

Klarheit

Zurzeit werden wir mit negativen Informationen zugeschüttet. So sehr, dass unser Blick nicht mehr klar ist, sondern dass wir nur noch Negatives sehen.

Wann hast Du das letzte Mal etwas Positives an dir gesehen?

Ich bin mir sicher: Etwas negatives fällt dir sofort ein, doch nimm dir bitte die Zeit und finde etwas Positives. In der Praxis werden wir es uns einpflanzen und wie ein Samen wachsen lassen, bis dass wir es nicht mehr suchen müssen, sondern es gleich finden, um dann wieder mehr und mehr Positives zu sehen.

Anhaftung

Anhaftungen sind Wünsche, Anforderungen und Vorstellungen, die wir an Menschen, Situationen und Dingen haben, oft unbewusst.

Wenn sie nicht erfüllt werden, können wir auch schon einmal etwas ungehalten reagieren, auch das oft unbewusst.

Ich zum Beispiel habe viele Jahr unsere Urlaube gebucht, den Ort und die Unterkunft festgelegt. Dabei habe ich mir natürlich vorgestellt, wie es da sein wird.

Und natürlich war es nicht so wie ich es mir dort vorgestellt habe, aber wie auch?

Meist brauchte ich einige Tage, um wirklich dort anzukommen, um endlich nicht mehr im Kopf zu sein und zu vergleichen, sondern konnte endlich das Schöne da vor Ort wahrnehmen und genießen.

Diese Anhaftung haben wir auch an unseren Körper. Wenn wir in die Asana gehen, haben wir eine Vorstellung davon, wie sie aussehen sollte, und wenn es nicht gelingt ärgern wir uns.

Wir können die Anhaftung leider nicht ausatmen, aber wenn wir ihr bewusst werden, verändert es sich. Was uns aber unterstützt, Anhaftungen zu vermeiden, ist, im Hier und Jetzt zu sein, den Moment zu spüren. Der Atem kann uns dabei helfen, dass wir uns nicht vom Kopf dominieren lassen sondern uns erlauben, offen und neugierig zu sein, uns überraschen zu lassen von unserem Körper und welche Möglichkeiten heute in ihm stecken.

Auszeit

Gib dir die Möglichkeit vom Denken ins Fühlen zu kommen, dich nicht den ständigen Reizüberflutungen hinzugeben, dir etwas Ruhe zu gönnen, grad so, als würdest du die Pausetaste drücken. Die Ohren weitmachen, um einmal durchzulüften.

Gönnt euch diese Auszeit, um in den Raum unter den Gedanken einzutauchen.

Veränderung

Die einzige Konstante in unserem Leben ist Veränderung.

Dieser Spruch bringt es auf den Punkt. Immer wieder müssen wir loslassen und uns einlassen auf Neues, auch wenn es uns schwerfällt. Was wir allerdings nicht loslassen sollten, das ist unsere Mitte. Dieser Ankerplatz in uns, der uns Orientierung, Halt und Sicherheit gibt. In Verbindung mit unserer Mitte erinnern wir uns wer wir sind und was wir sind.

Mit diesem Bewusstsein können wir uns einlassen auf der Fluss des Lebens.

Verbindung mit dem Universellen

Unsere Vorderseite ist unsere individuelle Seite, der Ausdruck unseres individuellen Seins. Alles was wir tun und machen, geht über unsere Vorderseite. Wir schauen sie im Spiegel an, machen sie schön. Dieses Bild im Spiegel ist uns so vertraut, dass wir meinen, dass wir das sind, was wir da sehen. Dabei ist es nur ein Bild, ein Bild von unserer Vorderseite. Wir sind viel mehr als nur dieses Bild von unserer Vorderseite.

Im Yoga sagen wir, dass unsere Rückseite unsere universelle Seite ist. Und mit universell ist gemeint, alles was dich trägt, was dich zusammenhält, was dich schützt und stützt. Für den einen ist es der Glaube an das Höhere, an das große Ganze, Familie, Freunde, Lebenspartner ...

Wenn wir uns mit der Rückseite verbinden, dann wird sie in unserer Wahrnehmung gefühlt riesengroß und geht weit über die individuelle Seite hinaus. Wir bekommen ein größeres, ein vollständigeres Bild von uns, wenn wir verbunden sind mit der Rückseite. Darum praktizieren wir aus der Rückseite, und lassen es eine Co-Produktion werden:
Universelle trifft individuelle Seite.

Die 5 Elemente - Raum

Die Qualitäten von Luft sind Leichtigkeit, öffnend, ausdehnend, nährend.

Die Fähigkeiten sind DaSEIN, Freiheit, Leere, Präsenz, Klarheit, Gewahrsein.
Die grundlegende Natur von Raum ist Bewusstsein. Sitz ganz still und nimm deinen natürlichen Atem wahr, ohne irgendetwas zu verändern. Nur wahrnehmen.

Die Qualitäten von Luft sind Leichtigkeit, öffnend, ausdehnend, nährend.

Dann beobachte, lausch und spür, was du wahrnimmst. Ohne irgendetwas zu bewerten oder zu benennen. Nur wahrnehmen. Pures Gewahrsein. Wenn Gedanken oder Gefühle auftauchen, bleib du in deiner Klarheit und nimm den Atem wahr.

Die Qualitäten von Luft sind Leichtigkeit, öffnend, ausdehnend, nährend.

Diese Wahrnehmung nehmen wir mit auf die Matte und geben uns den Raum mit diesem Bewusstsein zu praktizieren. Wir erlauben uns die Erfahrung zu machen, nicht auf jeden Impuls zu reagieren, sondern nur wahrzunehmen. Denn dann kann der Geist entspannen und du kannst in Klarheit praktizieren.

Die 5 Elemente - Luft

Die Qualitäten von Luft sind Leichtigkeit, öffnend, ausdehnend, nährend.

Unser Atem ist Luft, und ohne Atem gibt es kein Leben. Unser Atem verbindet unseren äußeren mit dem inneren Körper. Verbunden mit dem Atem kommt der Geist zur Ruhe. Wenn wir dem Atem nach innen folgen schenkt er dem Körper und dem Geist den Raum, die Freiheit sich selbst zu begegnen. Die Luft, der Atem öffnet uns und macht uns innerlich weit, wir dehnen uns aus und erfahren uns toleranter, offener, großzügiger und sensibler gegenüber anderen. Wir entwickeln Vertrauen in andere, können leichter vergeben und eher aufeinander zugehen.

Die 5 Elemente - Feuer

Körperlich sitzt Feuer in unserer Körpermitte. Die Qualitäten von Feuer sind zielstrebig leuchtend, weiß, kraftvoll, transformierend, die Willenskraft stärkend, die Durchsetzungskraft unterstützend. Feuer gibt uns Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten und macht uns unabhängiger vom Außen. Wir können uns abgrenzen gegen Personen, gegen Dinge, die uns nicht gut tun, finden die Kraft unsere eigenen Projekte zu verwirklichen und steigern den Respekt vor uns selbst.

Die Praxis ist kraftvoll, dynamisch, aktivierend und hitzeerzeugend.

Die 5 Elemente - Wasser

Die Qualitäten des Wassers sind Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, fließen, loslassen, Lebendigkeit, weich, weit, Geschmeidigkeit, um nur ein paar der vielen Qualitäten zu nennen. Beginne fühlend die Qualitäten, die dich unterstützen auf dich übergehen zu lassen, um deiner wahren Natur näher zu kommen. Körperlich lässt sich Wasser im Becken lokalisieren und in dessen Beweglichkeit. Die Flexibilität des Beckens macht es möglich aufrecht zu sitzen, aufrecht zu gehen und zu stehen. Die Qualitäten des Wassers unterstützen dich auch im Kopf: Es unterstützt dich alte Denkmuster loszulassen, festgefahrene Strukturen, die uns eher starr und unbeweglich machen, aufzulösen, um dann in der Verbindung mit der Flexibilität des Wassers Kreativität zu entwickeln mit all seinen Möglichkeiten.

Die 5 Elemente - Erde

In den Yoga Sutren steht, dass wenn die Qualitäten, die Eigenschaften der Elemente auf uns übergehen, dann kommen wir unserer eigenen Natur näher. Um die Eigenschaften der Elemente auf uns übergehen zu lassen müssen wir sie fühlen und verstehen. Dann können wir die Vorstellungskraft als eine Art Brücke nutzen, um uns mit den Qualitäten zu verbinden.

Wir starten mit der Erde: Ihre Qualitäten sind Stabilität, Nährend, Wurzelnd, Ruhe, Sicherheit, Gelassenheit, Bodenständigkeit, es sind so unendlich viele Qualitäten. Beginne fühlend die Qualitäten, die du brauchst um dich sicher und unterstützt zu fühlen, auf dich übergehen zu lassen.

Komm auf die Matte.

Befreien

Ich nehme an ihr habt es auch schon erlebt: Ihr habt eine unangenehme Erfahrung gemacht, die sich in euch verewigt hat. Eine Situation in der ihr euch nicht gut genug gefühlt habt und die ihr auf keinen Fall noch einmal erleben möchtet. Gerne sind diese Situationen gespickt mit einem dummen Spruch, der das ganze komplett macht. Wir verwenden so viel Energie darauf dem aus dem Weg zu gehen.

Und doch lohnt es sich nochmal hinzuschauen, denn wir limitieren uns damit selbst. Schau hin und erkenne: Es geht viel weniger um die Sache, als um dieses unangenehme Gefühl.

In der Praxis wollen wir unsere Mitte spüren und dadurch Stabilität und Sicherheit finden, um uns von diesem Gefühl zu befreien.

Die Regung des Herzens wahrnehmen

Viele Menschen glauben, dass unser Herz nur eine Pumpe ist, die unseren Blutkreislauf im Gang hält. Jeder, der schon einmal Herzschmerz hatte, weiß, dass unser Herz ein emotionales Kraftfeld ist.

Um die Regung unseres Herzens wahrzunehmen, müssen wir unsere Wahrnehmung verfeinern und genau hinhören, denn unser Kopf ist so laut und so schnell, dass wir vor lauter Gedanken unser Herz nicht hören.

Deshalb geht es in der Praxis darum, den Kopf, der denkt, zurückzunehmen, und dem Herzen, das fühlt, mehr Raum zu geben, um unserer eigenen Intuition folgen zu können.

Svatantrya

Das was die Freiheit fördert, oder auch freiheitsförderndes Tun.

Es geht nicht darum, möglichst viel Geld und Zeit zu haben, um alles tun zu können, was man gerne möchte. Es geht um die Freiheit von eigenen Limitierungen, von Gedanken, die uns eng machen. Tagtäglich füllt jeder von uns Rollen. Rollen wie Tochter, Sohn, Mutter, Vater, Freund, Kollege, Angestellter, Vorgesetzter, Partner, und so weiter. Von allen diesen Rollen haben wir eine Vorstellung, wie wir sie füllen möchten. Wichtig ist, dass wir erkennen, dass es Rollen sind und uns nicht zu weit von unserer wahren Natur entfernen. Von Satya wissen wir, dass wir sehen sollten, was ist, und wenn wir die Rolle erkennen, dann haben wir die Freiheit zu wählen, welchen Weg wir gehen:

Den Weg in die Limitierung. Oder den Weg in die Freiheit.

Satya

Satya, das, was ist.

Mir hat Satya viel Frieden und Freiheit gebracht. Denn zu akzeptieren, dass es ist, wie es ist, hat mir dabei geholfen nicht mehr nach einem Schuldigen zu suchen und mich nicht darüber zu ärgern, dass es so ist wie es ist, sondern die ganze Energie darein zu stecken, Lösungen zu finden und nach vorne zu gehen. Satya bedeutet aber auch, mich zu sehen, wie ich bin, und mich zu akzeptieren, wie ich bin, mit allen vermeintlichen Fehlern. Das heißt nicht, dass ich mich nicht verändere, jede Erkenntnis, alles was ich lerne, was ich verstehe, was ich sehe, verändert mich. Das gilt natürlich auch für alle Menschen um mich herum, dass ich sie so akzeptiere, wie sie sind, und wohlwollend zu sehen, wie anders andere Menschen sind.

Um zu sehen, was ist, oder was wir sind, müssen wir auch da sein wo wir sind, wir müssen hinhören beim Zuhören und hinschauen beim Zusehen. Übe dich darin, beim Hiersein da zu sein.

Shri

Anusara Yoga ist für seine präzise Ausrichtung und seine herzorientierte Praxis bekannt. Anusara beruht auf einer lebensbejahenden und durch und durch positiven Philosophie, dem kaschmirischer Shivaismus. Es gibt keine Dogmen und Belehrungen, stattdessen wird jeder unterstützt seinen Körper besser kennenzulernen, seine Grenzen zu erkennen und eventuell zu verschieben. Anusara hilft uns auf dem Weg zu uns selbst, schenkt uns die nötige Kraft um authentisch zu sein, loslassen zu können und das Vertrauen uns auf das was kommt einzulassen. Die 3 Grundpfeiler dieser Yogaphilosophie sind die 3 "S". Shri ist das erste S und zugleich die größte Herausforderung. Es geht darum, das Gute zu sehen und zwar zuerst das Gute zu sehen, in allem und jedem um uns herum, auch in uns selbst. Es geht nicht darum, das Negative zu übersehen, es geht um die Reihenfolge, zuerst das Gute zu sehen.

Das nehmen wir heute mit auf die Matte. An uns, an unserer Praxis zuerst das Gute zu sehen, auch wenn wir uns gerne über irgendetwas ärgern wollen.

Stabilität und Sicherheit

Viele Menschen sind noch ganz unsicher mit den Lockerungen und Öffnungen, gehen nur zögerlich in Geschäfte, Restaurants, Yogastudios. Beeindruckt durch die Bilder und Informationen der Coronakrise, fühlen wir uns durch die ganzen Regeln und Vorschriften doch sehr sicher.

Und genau diese Sicherheit fehlt uns, wenn wir jetzt wieder in die Normalität gehen.

Yoga kann uns Sicherheit und Stabilität geben, aus der Vertrauen wachsen kann, Vertrauen um sich einzulassen, auf das was kommt.

Verbinde dich mit deinem inneren Raum

Corona macht es uns schwer, das Außen zu vergessen, da wir ständig mit Informationen über Corona, mit Abstandsregeln, Hygienevorschriften, wie der Maskenpflicht und weiterem beschäftigt sind, dass wir beinahe vergessen, dass wir in uns die Möglichkeit haben mal zur Ruhe zu kommen, aufzutanken. Ganz ohne Regeln und Pflichten, ganz pur und authentisch sein können, wenn wir dem Atem die Möglichkeit geben uns in diesen Raum zu bringen. Diese Möglichkeit haben wir auf der Matte in dieser Praxis.

So vertraut - und doch ganz anders

Endlich, nach vielen Wochen öffnen sich Kneipen, Restaurants, Fitnessstudios und sogar Yogastudios.

Rückkehr zur Normalität?

Auf der einen Seite vertraut - und doch ganz anders. So viele Vorschriften die eingehalten werden müssen, machen es schwer, Normalität zu spüren. Darum heute die Praxis: Ganz vertraut - und doch ganz anders.

Unsere Individuelle und universelle Seite

Unsere Vorderseite ist unsere individuelle Seite: Der Ausdruck unseres individuellen Seins. Alles was wir machen geschieht über die Vorderseite.

Unsere Rückseite ist unsere universelle Seite: Die Verbindung zum Universellen. Was auch immer für jeden das Universelle ist, das kann tatsächlich das Universum sein, der Glaube an das höhere, es kann die Familie sein, deine Kinder, dein Partner, sogar Yoga, es ist die Seite die dich trägt. Es ist das was dich trägt. Es ist das was dich schützt und stützt.

Die Verbindung der Vorder- mit der Rückseite, die Verbindung vom Individuellen mit dem Universellen, das nehmen wir mit in die Praxis.

Wähle deine Intention

Bei so viel Fremdbestimmung zurzeit wähle du deine eigene Intention für deine Praxis. Was ist der Grund, warum du auf die heute auf die Mathe kommst? Kann es sein, dass du einfach 90 Minuten ganz bei dir sein möchtest? Oder möchtest du deine Kraft, deine Leichtigkeit spüren, im hier und jetzt sein oder einfach mal keine Rolle verkörpern sondern ganz pur nur du sein?

Wähle das für dich, pflanze es dir ein und lass es wachsen, von innen nach außen.

Svatantrya

Vor kurzem habe ich mit einer Freundin gesprochen. Sie hat 2 Söhne, die gerade auch viel Zeit zuhause verbringen. Meine Freundin ist ziemlich genervt, weil die beiden die meiste Zeit am Handy sitzen oder am Computer spielen.

Dann hat sie die beiden mal gefragt: Ob ihnen klar ist, was hier gerade passiert. Dass dies ein historisches Ereignis ist, was wir gerade erleben. Und ob sie später mal ihren Kindern, wenn sie von dieser Zeit erzählen, sagen werden: "Ich habe die Zeit genutzt um pausenlos Computer zu spielen".

Wow, da musste ich auch mal darüber nachdenken:

Wie gehe ich denn hier durch diese Zeit?

Und wenn man da hinschaut, und beobachtet, dann wird einem klar, dass wir eine Wahl haben und entscheiden können welchen Weg wir gehen. Den, der uns Unzufriedenheit spiegelt? Wir sind nicht nur Opfer der äußeren Umstände. Wir können den Weg wählen, der uns Vertrauen, Dankbarkeit und Zufriedenheit vermittelt, indem wir Gutes tun, positiv bleiben und die schönen Momente sehen.

Sich aus der Enge zu befreien

              ohne sich selbst zu verlieren

So viele Informationen prasseln im Moment auf uns ein. Informationen, die uns Sorgen machen, verängstigen und  verunsichern, aber auch wütend machen. Und all diese Gedanken, all diese Gefühle haben ihre Berechtigung. Es geht nicht darum, sie zu verdrängen oder zu ignorieren. Und doch sollten wir zusehen, dass wir uns nicht von all den Emotionen beherrschen lassen, dass wir nicht zu eng werden, da wir dadurch unsere Stabilität, unser Vertrauen in uns selbst verlieren. Eine intensive körperliche Praxis kann uns helfen, Stabilität und Kraft in uns zu spüren.

Bis später, auf der Matte.

Herausforderungen

Beinahe täglich begegnen uns Herausforderungen. Werden wir herausgefordert, heraus aus unserer Komfortzone, heran an unsere Grenzen und manchmal auch darüber hinaus. Wir werden mit unseren vermeintlichen Schwächen konfrontiert, und begegnen Dingen, denen wir auch gerne aus dem Weg gehen würden. Und doch wissen wir, dass es genau die Herausfordeerungen sind, die uns die Möglichkeit geben zu wachsen und uns zu entwickeln. Und doch ist es wichtig dabei zu erkennen, dass es nicht darum geht, dass wir perfekt sind, sondern, dass wir bei uns sind.

Dass wir niemand anders beeindrucken wollen außer uns selbst, indem wir die Herausforderung annehmen und alles geben, so wie immer, denn genau das ist perfekt.

Karma

Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung und besagt, dass alles was wir sagen, tun oder denken Konsequenzen haben wird. Der Kerngedanke ist, dass alle unsere Handlungen, Gedanken und Worte einen Samen setzen, der sich entwickelt und wächst. Und das von uns gesäte Karma immer zu uns zurückkommt. Dalai Lama sagt zum Karma, dass wir handeln sollten, als hinge das gesamte Gleichgewicht des Universums davon ab.

 

Karma ist aber noch viel mehr als Lohn oder Strafe für frühere Taten. Karma gibt uns die Möglichkeit uns zu entwickeln. Der Mensch wächst durch seine Aufgaben, die ihm durch sein Karma gestellt werden. Was auch immer geschieht ist genau das, was man braucht, um zu wachsen um sein inneres zu Berühren und seine Herzqualität kennenzulernen. Wichtig ist, dass man nicht mit guten Taten angibt oder Anerkennung dafür erwartet. Das schönste, was dir Karma geben kann ist Zufriedenheit. Es ist nachgewiesen, dass Menschen glücklicher und zufriedener sind, wenn sie anderen Menschen helfen können. Also genieß einfach die befreiende Wirkung von Karma, deine Welt ein bisschen schöner zu machen. Erkenne was zu tun ist und öffne dein Herz.

Freiheit

Gerade haben wir Karneval gefeiert. Die Leute genießen es den Alltag loszulassen und zu feiern, sich von der Routine zu befreien und die Freiheit zu genießen, sich zu verkleiden, zu singen, zu schunkeln, zu tanzen. Dieses Gefühl von Freiheit, Lebendigkeit und Leichtigkeit zu genießen, bis es wieder in den Alltag zurück geht.

Natürlich gibt es auch die, die sich die Freiheit nehmen, dem ganzen zu entfliehen. Wir können uns dieses Gefühl von Freiheit auch mitnehmen in unseren Alltag, indem wir uns aus der Routine befreien und mal ganz bewusst einen Abend anders gestalten als Normal, einen anderen Weg nach Hause fahren oder nur die Straßenseite zu wechseln. Die Freiheit genießen mal anders zu sein und damit sich selber und andere zu überraschen.

Samadhi

Samadhi, die letzte Stufe auf dem achtgliedrigen Pfad.

Die Stufe der Erkenntnis des wahren Selbst. Es wird von Erleuchtung und innerer Glückseligkeit gesprochen, von der Unabhängigkeit von äußeren Umständen und so weiter ...

 

Verstanden habe ich das alles nicht, darum versuche ich das mit meinen Worten:

Die Lücken, die entstehen in der Meditation, diese Pausen in denen der Geist keine Gedanken produziert, entstehen häufiger wenn wir öfter meditieren. In diesen Pausen, kann sich dann unser Bewusstseinszustand veränden.

Denn das ist Samadhi:

Ein anderer Bewusstseinszustand in dem wir nur noch Energie wahrnehmen, nicht Materielles, keinen Körper, wir fühlen nur noch Energie.

Aber auch hier gilt, dass wir es nicht bewusst anstreben können, sondern das geschieht, wenn wir uns einlassen und dranbleiben. Und ich denke genau darum geht es: Dranbleiben, Veränderungen erkennen und Entwicklungen sehen.

 

Und wer weiß was passiert...

Dhyana.

Letzte Woche bei Dharana, die Konzentration, ging es um das Festhalten der Gedanken auf einen Punkt, eine Sache, eine Tätigkeit, so geht es bei Dhyana um das Loslassen, darum sich Einzulassen, auf das was ist. Bedeutet, jedes Wollen, jede Absicht loszulassen, die Kontrolle über das was du denkst oder fühlst loszulassen und nur zu beobachten, nicht zu reagieren, egal was da hochkommt, egal ob Gedanken, Gefühle oder Erinnerungen, nur beobachten, völlig wertfrei. Was auch immer hier in deinem Bewusstsein auftaucht, wird nicht bewertet oder innerlich kommentiert.

Nur beobachten, und vielleicht entstehen Lücken, kleine Pausen zwischen den Gedanken.

In diesen Momenten werden keine Gedanken produziert und für einen Moment vergisst der Körper den Geist. Bewusst können wir unsere Gedanken nicht anhalten, aber je öfter wir üben, desto häufiger und länger entstehen diese Lücken zwischen den Gedanken.

Dharana.

Dharana. Konzentration. Übersetzt heißt es halten, festhalten der Gedanken, auf einen Gegenstand und sich nicht ablenken lassen. Den Geist so zu fokussieren, dass er sich nicht von anderen Dingen anlenken lässt. Es gibt so viele Ablenkungen, innen und außen, die uns aus unserer Konzentration bringen, Geräusche, Bewegungen in der Umgebung, Erinnerungen, Gedanken an Zukünftiges, Körperempfindung, etc. . Wenn wir Dharana praktizieren, sollten wir unsere Aufmerksamkeit willentlich auf ein Objekt gerichtet halten, nur dann haben wir die Möglichkeit, bei uns zu bleiben und die Ablenkungen werden nicht mehr so wichtig sein. Wir alle kennen den Zustand der fokussierten Aufmerksamkeit, nur leider haben wir ihn verlernt, denn Kinder treten beim Spielen, ganz spontan und natürlich in diese fokussierte Aufmerksamkeit. Übrigens besagen Studien, dass Menschen dann am glücklichsten sind, wenn sie vollkommen in einer Sache aufgehen, ihre gesamte Aufmerksamkeit einer Tätigkeit widmen und komplett fokussiert sind. Oder anders gesagt Dharana praktizieren.

Pratyahara

Pratyahara, der Rückzug der Sinne, unsere Sinne sind unsere Verbindung zum Außen. Aber um tiefer in uns einzutauchen, müssen wir die Sinne zurückziehen, um den Geist für Feinheiten zu schärfen, die von den Sinneseindrucken gerne überlagert werden.

Gerade in der heutigen Zeit der Reizüberflutung suchen wir nach Möglichkeiten, alles, was mit uns geschieht, was wir denken, was wir sagen, was wir schreiben zu verdauen. Es sind so viele Sinneseindrücke, die auf uns einprasseln, Bilder aus Filmen, Nachrichten oder dem Internet, aber auch zwischenmenschliche Einflüsse, die uns beschäftigen und uns nicht zur Ruhe kommen lassen. Darum praktizieren wir Yoga. Um ein Gefühl von Klarheit und Ruhe zu spüren, wir hören auf unseren Atem und bringen unsere Aufmerksamkeit ins hier und jetzt.

Pratyahara geht noch einen Schritt weiter: Es lenkt die Wahrnehmung nach innen, ohne jegliche Ablenkung von Außen, doch es geht nicht darum, irgendwelche Defizite zu entdecken oder irgendetwas zu bewerten, sondern bewusst zu beobachten, ohne sie zu beschreiben.

Kein Wort, nur Beobachten.

Pranayama

Pranayama - Auf dem achtgliedrigen Pfad sind wir jetzt bei Nummer Vier. Pranayama wird übersetzt mit Energieausdehnung. Patanjali sagt: "Die stetige Praxis von Pranayama verringert Blockaden im Geist, die uns an einer klaren Wahrnehmung hindern."

Unser Geist hat direkten Einfluss auf unseren Atem. Er reagiert auf alles was uns bewegt und begegnet. Wenn wir uns erschrecken halten wir die Luft an, unser Atem verändert sich je nach Gefühlslage. So lässt sich umgekehrt auch der Geist vom Atem beeinflussen. Erlaube dir tief und ruhig zu atmen und beobachte deinen Geist, wie er sich beruhigt.

In unserer Yogapraxis atmen wir Ujjayi. Die Übersetzung für Ujjayi ist siegreicher Atem, und zwar Sieg über den vom Geist beeinflussten unruhigen Atem. Hörbarer Atem, der dich beruhigt und dir die Möglichkeit gibt zu hören, ob du die Asanas in der richtigen Intensität ausführst. Ujjayi fördert die Atemkontrolle und sorgt dafür, dass du tiefer und bewusster atmest. Ujjayi hilft dir die Bewegung dem Atem anzupassen und einen Rhythmus zu finden, der die Konzentration steigert, dich mit dem Hier und Jetzt verbindet und dir Kraft verleiht. Das Meeresrauschen der Ujjayi-Atmung entsteht durch das Verengen der Stimmritze.

Asanas

Die Nummer drei auf dem achtgliedrigen Pfad, auf dem Weg zur Ruhe im Geist ist Asanas, Sthira Sukham Asanam. Jede Asana sollte fest und stabil, aber dennoch auch leicht und angenehm sein. Wir benötigen Sthira (Kraft und Stabilität) als Fundament um dann mit Sukham (Leichtigkeit) sich auf die Situation einlassen zu können. Denn wackelt das Fundament, kann man sich unmöglich leicht machen.

Die Asanas dienen der Stärkung des Körpers und der Zentriertheit des Geistes. Und das geht nur, wenn du dich in deinem Körper wohlfühlst, stabil und angenehm leicht. Wenn wir die Asanas richtig ausführen, dann darf Kraft und Stabilität nicht zur Verspannung und Leichtigkeit nicht zu Trägheit führen.

Wenn wir unter Stress stehen neigen wir dazu, die Zähne zusammenzubeißen und noch mehr Kraft und Stärke dazu zu tun. Dabei täte uns hier Leichtigkeit gut.

Auch wenn es nicht gleich gelingt, übe dich darin deine Wahrnehmung zu verfeinern, zu erkennen, was uns in welchem Momenten (Asanas) fehlt. Ist es Kraft und Mitte oder Leichtigkeit und Weite. Nur du selbst weißt ob deine Praxis stabil oder leicht ist. Das kann dir kein Lehrer sagen und du wirst es auch nicht sehen wenn du andere Yogis beobachtest, verfeinere deine Wahrnehmung. In manchen Positionen, an manchen Tagen findest du die Leichtigkeit gar nicht in den Asanas, da braucht es Mut und eine gute Selbstwahrnehmung, um die Kindeshaltung zu Nutzen, um wieder Leichtigkeit zu spüren.

Ishvara Pranidharna

Ishvara Pranidharna - das letzte Niyama. Hier geht es darum, dass wir alle Teil des großen Ganzen sind, Teil des größeren universellen Bewusstseins, verbunden durch unsere Seele (,das wahre individuelle Selbst: göttlicher Funke, vollkommenes Wissen, Essenz und das Licht). Das zu erkennen, darum geht es im Yoga. Um dem Fluss des Lebens zu vertrauen, das Vertrauen in das höhere Unbekannte.

Svadhyaya

Svadhyaya - Selbststudium und Selbsterforschung. Um ingesamt bewusster zu werden, soll das eigene Denken und Handeln beobachtet, reflektiert und hinterfragt werden.

 

Traditionell bedeutet Svadhyaya das Studieren der alten Schriften, um sich selbst zu erkennen. Es meint aber auch die Fähigkeit zu nutzen, sein Verhalten zu beobachten, zu analysieren und zu reflektieren. Es geht darum zu beobachten, welche Gedanken, welche Gefühle, welche Vorstellungen beeinflussen mein Verhalten in welchen Momenten, welche Reizreaktionen leiten und lenken mich und was sind die Ursachen.

 

Svadhyaya ist ein großer Schritt uns näher zu kommen und uns besser kennenzulernen.

Tapas

Tapas - Selbstdisziplin, Hitze, Feuer.

Disziplin bedeutet dranzubleiben, auch wenn wir die Komfortzone verlassen. Seiner Intention zu folgen, auch wenn wir an unsere Grenzen kommen. Wir kennen es alle, dass unser Geist sich meldet, wenn es schwierig wird, gerne sagt er, dass wir das nicht können, nicht stark und nicht gut genug sind. In der Yoga Philosophie wird er Monkey Mind genannt und er legt los sobald es anstrengend wird. Da brauchen wir Tapas, diese Kraft in unserer Körpermitte, um dranzubleiben, fokussiert zu bleiben und dadurch dem Affen die Aufmerksamkeit zu entziehen bis er ruhiger wird - kaum wahrnehmbar. Wenn wir diese Ebene erreicht haben, dann können wir wachsen, bis über unsere Grenzen hinaus. Da formt sich unser Charakter, es stärkt unser Selbstbewusstsein. Etwas geschafft zu haben, obwohl du an deine Grenzen gekommen bist, Herausforderungen zu meistern aus eigener Kraft.

Santosha

Zufriedenheit - Santosha - das zweite Niyama. Die yogische Philosophie unterscheidet zwischen innerer und äußerer Zufriedenheit.

Die äußere Zufriedenheit wird aus dem Außen bedient. Kleine Highlights in unserem Leben, wie lang ersehnte Schuhe kaufen, Anerkennung bekommen, sich ein Stück Schokoladenkuchen gönnen, das alles gibt uns Zufriedenheit für Momente, ist aber nicht langfristig.

Innere Zufriedenheit ist eher eine Betrachtungsweise unseres Lebens. Sehen wir was wir alles haben und fördern unsere Zufriedenheit und Dankbarkeit oder sehen wir eher was wir nicht haben und fördern dementsprechend die Unzufriedenheit? Erlaubt euch immer mal wieder zu beobachten, was ihr alles habt und pflanzt diesen Samen in euch, pflegt ihn und lasst ihn wachsen um euch das größte Geschenk zu machen:

Zufriedenheit.

Patanjali sagt, tiefe Zufriedenheit lässt uns grenzenloses Glück erfahren.

Saucha

Saucha ist das erste Niyama. Niyamas beschreiben unsere Haltung gegenüber uns selbst. Niyama bedeutet beobachten.

Saucha wird mit Reinheit übersetzt. Auf körperlicher Ebene ist es die Hygiene, aber auch die Ernährung. Wir kennen alle das gute Gefühl, sich frisch gemacht zu haben durch eine Dusche oder ein Bad. Und auch mit der Ernährung haben sicher alle ihre Erfahrungen gemacht. Was sich gut anfühlt und was man vermeiden sollte. Saucha geht eben noch ein Stück weiter. Hier geht es auch um die innere Reinheit. Das heißt es geht um unsere Gedanken und Gefühle. Beobachte welche Dinge dir gut tun und welche dir nicht gut tun, mit welchen Dingen du deinen Geist konfrontieren möchtest und von welchen du dich lieber entfernst. Wir haben immer eine Wahl, denn wir haben die Fähigkeit zu unterscheiden, was uns hilft Saucha zu kultivieren. Durch das bewusste Abziehen von Aufmerksamkeit von Dingen, die uns nicht gut tun, kann Klarheit und Reinheit, - Saucha - entstehen.

Aparigraha

Das fünfte Yamas heißt nicht Festhalten, nicht haben wollen und Unbestechlichkeit.

Aparigraha beschreibt die Möglichkeit, sich von Erwartungshaltung zu lösen, seinen eigenen Wert zu erkennen und nicht festzuhalten, sondern mit den Begebenheiten des Lebens zu fließen. Wenn du niemanden bestichst und selbst nicht bestochen werden kannst, um irgendwelche Vorteile dadurch zu erhalten, spürst du die Kraft deines SEINS. Oft vergleichen wir uns mit anderen und ihren Erfolgen, was sie alles haben und können und fühlen uns dadurch weniger gut. Aparigraha gibt uns die Möglichkeit das Potential in uns zu erkennen und andere, die uns mit ihrem Erfolgen beeindrucken, zeigen uns nur das alles möglich ist, wenn wir das nutzen, was uns zur Verfügung steht.

Wenn wir Aparigraha praktizieren, hören wir auf zu begehren, was und nicht gehört und was wir nicht sind. Wir feiern das was wir haben, greifen nach unseren Sternen und erlauben den Wundern in unserem Leben sich zu entfalten.

Genieße die Freiheit zufrieden zu sein. Alles ist da.

Brahmacharya

Brahmacharya heißt, seine Energie in die richtige Richtung zu lenken. Es heißt auch den Überblick zu bewahren über die Kräfte und die Ressourcen die da sind. Hier geht es um den richtigen Umgang mit unserer Energie. Unsere Energie nicht im Außen zu verbrauchen, sondern sie eher zu nutzen um unserer wahren Natur näher zu kommen. Um die beste Version von uns selbst zu sein, müssen wir auf uns und unseren Körper hören. Schaffe Bewusstsein für deinen Energieverbrauch, prüfe was die Energie gibt und nimmt, welche Verhaltensweisen dich nähren, dir Kraft geben und dir helfen, deine Energie zu nutzen, und welche dich müde machen und dir Energie nehmen. Es gibt so viele Energiefresser in unserem Leben: Sich Sorgen zu machen, stundenlang festzuhängen in Gendanken ist so kräfteraubend, falsche Ernährung kann ein Energiefresser sein, auch gibt es Menschen, die uns Energie rauben. Prüft das für euch und versucht euch abzugrenzen von Energielöchern und Energiefressern, um euch näher zu kommen.

Asteya

Asteya, das dritte Yamas. Asteya ist das Verlangen etwas unbedingt haben zu wollen, sodass es uns die Ruhe nimmt.

Wir leben hier und heute in einer Konsumgesellschaft, die das mit sich bringt: Das wir nie genug haben und scheinbar mehr brauchen um glücklich zu sein. Am liebsten immer das Neuste, iPhones, Sneaker und so weiter. Dabei wir wissen alle, dass es uns nicht nachhaltig glücklich macht. Und es geht nicht nur ums Materielle. Wir möchten mehr Anerkennung, mehr Aufmerksamkeit, mehr Freizeit, mehr Geld, mehr Sonne, mehr alles, besonders wenn es auch andere haben. Genug ist nicht mehr genug, und das liegt nicht daran, dass wir zu wenig haben. Wir haben verlernt zufrieden und dankbar zu sein. Wir sehen nicht was wir alles haben, wir sehen nur was wir nicht haben.

Woher kommt das Verlangen, das uns da antreibt? Neid? Angst zu kurz zu kommen? Oder denken wir das wir es mehr verdient haben als andere?

Vielleicht eine Mischung aus alldem. Wenn wir uns bewusst werden, das Verlangen erkennen, dann können wir uns die Freiheit nehmen einfach mal zu sagen:

Nein, danke, ich bin zufrieden.

Satya

Das 2. Yamas ist Satya. Wahrheit, Ehrlichkeit.

Hier geht es nicht um die bedingungslose Ehrlichkeit. Sondern viel mehr um ein authentisches Sein. Gemeint ist, in Worten, Taten und Gedanken ehrlich zu sein, sich selbst nicht zu belügen. Wenn wir vorgeben anders zu sein als wir sind, weil wir glauben so nicht gemocht zu werden, nicht anerkannt, nicht akzeptiert, dann kostet uns das unglaublich viel Kraft.
Authentisch zu sein, kostet anfangs auch Kraft. Aber wenn wir dann bei uns sind, ganz klar sind, authentisch sind. Dann gibt uns das Kraft und wir können neues Potential in uns entdecken. Außerdem ermutigt es Andere auch authentisch zu sein. Auch auf der Matte sollten wir authentisch sein, und ruhig mal in die Kindeshaltung gehen oder ein Vinyasa ausfallen lassen.

Satya, Ehrlichkeit, Wahrheit gilt ebenso im Umgang mit anderen Menschen.

Zier ist es die Wahrheit so gut es geht zu formulieren, ohne jemanden absichtlich oder unnötig zu schaden.

Ahimsa

Das erste der fünf Yamas, Ahimsa, bedeutet Gewaltlosigkeit oder nicht verletzen. Dabei geht es um den freundlichen, achtsamen Umgang mit unserer Umwelt und allen Lebewesen. Ahimsa wird in Worten, Gedanken und Taten praktiziert. Über jemanden negativ zu sprechen oder zu denken, wirt sich nach Patanjalis Prinzipien nicht nur schädlich auf den Betroffenen aus, sondern auch auf den negativ Denkenden selbst. Jeder Einzelne ist sein eigenes Universum, kämpft seinen eigene täglichen Kampf gegen Ängste, Vorurteile, Zweifel und Herzschmerz. Da sollten wir unsere Unzufriedenheit nicht noch an Anderen auslassen.

Und was wir gerne mal vergessen ist, dass jeder Einzelne von uns ein Lebewesen ist, das Achtung verdient, auch wir selbst. Somit sind wir gefordert Ahimsa auch im Zusammenhand mit unserem eigenen Sein zu üben. So oft sind wir so kritisch und ärgern uns über uns selbst.

Die Gewaltlosigkeit Ahimsas sollte auch gegenüber dem eigenen Körper ausgeübt werden. Niemand sollte sich in der Yogapraxis in eine Position zwingen, sondern friedlich und gewaltfrei bleiben. Fordern aber nicht überforden.

Was nutzt es, wenn man sich in eine Yogaposition zwingt und dabei nur negative Gedanken im Kopf herumspuken.

Auch geht es um Gewalt gegen Tiere, viele Yogis sind Veganer oder Vegetarier.

Aber auch das ist ein Prozess. Eigentich mag ich Fleisch, aber mehr und mehr vergeht mir der Appetit aufgrund der Gewalt, die den Tieren zugefügt wird und außerdem wegen der Belastung der Umwelt. Es wird schnell klar, dass Ahimsa eine große Herausforderung im Alltag darstellt. Dennoch lohnt es sich immer wieder hinzuschauen und sich auf diesen Weg zu begeben, auch wenn es immer wieder mal Rückschläge gibt.

Je bewusstsamer und achtsamer wir werden, desto friedlicher wird unser Umgang mit uns und unserer Umwelt.

Wenn es auch nicht sofort gelingen mag, den eher schwierigen Mitmenschen wohlwollend und mir einem kleinen Lächeln zu begegnen oder auf eine vegane oder vegetarische Ernährung umzusteigen, so könne doch schon kleine Veränderungen in unserem Alltag viel erreichen. Plastik so gut es geht vermeiden, öfter das Fahrrad nehmen, wenn Fleisch, dann Bio aus artgerechter Haltung, regional und saisonal kaufen, und so weiter.

Tatsächlich fühlen wir uns besser, wenn wir gutes tun.

Zur Unterstützung von Ahimsa gibt es eine Meditation, die Metta-Meditation, eine der ältesten Formen der Meditation. Ziel ist das Erreichen einer liebevollen, wohlwollenden Haltung gegenüber uns, der Welt und allen Lebewesen.

Meditation für mehr Herzenswärme von Jack Kornfield

Möge ich mit Herzenswärme erfüllt sein.

Möge ich gesund sein.

Möge ich friedlich und gelassen sein.

Möge ich glücklich sein.